27 December 2025, 10:53

Sozialbetrug: 200.000 Euro vorenthalten – jetzt droht ihr Gefängnis statt Geldstrafe

Ein Mann sitzt an einem Tisch und arbeitet an einem Laptop in einem Geschäft.

Sozialbetrug: 200.000 Euro vorenthalten – jetzt droht ihr Gefängnis statt Geldstrafe

Eine 39-jährige Serbin ist wegen Sozialversicherungsbetrugs verurteilt worden, nachdem sie Beiträge in Höhe von über 200.000 Euro vorenthalten hatte. Der Fall umfasste mehr als 200 Fälle von nicht geleisteten Zahlungen, die zu erheblichen finanziellen Verlusten für die öffentlichen Versicherungsträger führten. Das Gericht verhängte eine Geldstrafe von 33.350 Euro gegen sie, doch die Frau verschwand anschließend, woraufhin ein Haftbefehl erlassen wurde.

Die Frau, die als bevollmächtigte Unterzeichnerin für ein Reinigungsunternehmen tätig war, wurde der Veruntreuung von Löhnen und der Vorenthaltung von Sozialabgaben für schuldig befunden. Ermittlungen der Berliner Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) deckten ihre Rolle in dem System auf – entweder als Haupttäterin oder als Mittäterin. Während des Gerichtsverfahrens änderte sie wiederholt ihren Namen und Aufenthaltsort, was die Bemühungen, sie zur Rechenschaft zu ziehen, erheblich erschwerte.

Ende Oktober konnten die Behörden sie im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg ausfindig machen. Das Hauptzollamt Singen, in Zusammenarbeit mit anderen Zollstellen, nahm sie fest und brachte sie in Gewahrsam. Trotz der Verurteilung tauchte sie erneut unter, sodass das Amtsgericht einen Vollstreckungshaftbefehl über 355 Tage Ersatzfreiheitsstrafe erlassen musste, falls die Geldstrafe nicht beglichen wird. Die Sozialversicherungsträger setzen weiterhin alles daran, die ausstehenden Beiträge zurückzufordern. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen, Gelder zurückzuholen, die durch Schwarzarbeit und betrügerische Lohnpraktiken verloren gegangen sind.

Die Frau steht nun vor der Wahl, entweder die Strafe von 33.350 Euro zu zahlen oder 355 Tage im Gefängnis zu verbüßen. Die öffentlichen Versicherungsträger fordern weiterhin die Rückzahlung der 200.000 Euro an vorenthaltenen Beiträgen. Die Behörden bleiben wachsam, um die Verantwortlichen für ähnliche Finanzdelikte zur Rechenschaft zu ziehen.