Solarstrom hält Güter frostfrei: Kühlauflieger im Praxistest ohne externe Energie
Gerd BuchholzSolarstrom hält Güter frostfrei: Kühlauflieger im Praxistest ohne externe Energie
Ein Kühlauflieger mit Solarmodulen wird derzeit in einem Praxisversuch getestet. Das Projekt, das vom Logistikunternehmen Dachser und dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) geleitet wird, zielt darauf ab, Solarstrom zur Beheizung von Laderaumflächen im Winter zu nutzen. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich damit Güter frostfrei halten lassen – ganz ohne externe Energiequellen.
Im Rahmen des Tests kommt ein speziell ausgestatteter Auflieger zum Einsatz, der mit Photovoltaikmodulen, einem Batteriespeichersystem und einer Heizung ausgestattet ist. Diese Komponenten arbeiten zusammen, um die Temperatur im Laderaum über zwei Grad Celsius zu halten und so frostempfindliche Industriegüter zu schützen. Die Solarmodule können je nach Sonneneinstrahlung bis zu 1.700 Watt erzeugen.
Dachser forscht seit 2016 an solarbetriebenen Aufliegern; der aktuelle Pilotversuch markiert einen wichtigen Fortschritt. Das System umfasst zudem Temperatursensoren und eine Steuereinheit, die die Bedingungen im Innenraum überwachen und regulieren. Matthieu Ebert, Projektleiter beim Fraunhofer ISE, ist überzeugt, dass die Kombination von Transport und mobiler Solarenergie die Güterlogistik revolutionieren könnte.
Maxie Beutler und Nicole Sommerlatte begleiten den Versuch und sammeln während des Winters Daten. Die Erkenntnisse sollen klären, ob ähnliche Systeme künftig auch Kühlaggregate, Gabelstapler oder sogar alternative Antriebe mit Energie versorgen könnten.
Der Test liefert konkrete Daten darüber, wie effektiv Solarenergie die Temperaturregelung im Transportwesen sicherstellen kann. Bei Erfolg könnte die Technologie die Abhängigkeit von herkömmlichen Energiequellen in der Kühllogistik verringern. Die nächste Phase hängt von den Leistungen ab, die während der Wintertestphase dokumentiert werden.






