18 February 2026, 16:52

Schlachten um Baden-Württembergs Zukunft: Grüne gegen CDU im Endspurt

Ein Plakat, das ein Bierfest in Deutschland ankündigt und eine Gruppe von Menschen zeigt, einige halten Biergläser in der Hand, im Hintergrund ein Fass und deutscher Text unten.

Kampagne am Stammtisch: Özdemir und Hagel im Duell - Schlachten um Baden-Württembergs Zukunft: Grüne gegen CDU im Endspurt

Der Kampf um das Amt des nächsten Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg heizt sich ein – nur noch 20 Tage bis zur Landtagswahl. Die Grünen und die CDU liegen im Rennen um die Spitzenposition vorn, wobei beide Parteien eine lange Geschichte gemeinsamer Regierungsarbeit aufweisen. Doch der aktuelle Wahlkampf ist von scharfen Wortgefechten zwischen ihren Spitzenkandidaten geprägt.

Bei der jüngsten Politischen Aschermittwochsveranstaltung – einer deutschen Tradition, bei der Politiker sich gegenseitig mit Spitzen attackieren – kam es zu Spannungen zwischen Cem Özdemir (Grüne) und dem CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel. Auch der scheidende Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) mischte sich ein und übt Kritik an seinem eigenen Koalitionspartner.

Hagel, der CDU-Kandidat, blieb in seiner Rede bei bewährten Themen: Er betonte Wohlstand, Fleiß und die Herausforderungen für die Automobilindustrie. Doch genau das zog den Vorwurf von Joschka Fischer, dem erfahrenen Grünen-Politiker, auf sich: Hagel versuche, sich mit Kretschmanns Erbe zu schmücken. Die rechtspopulistische AfD wiederum konzentrierte ihre Angriffe fast ausschließlich auf Hagel und erwähnte Özdemir kaum.

Özdemir, Spitzenkandidat der Grünen, konterte mit dem Vorwurf, Hagel weiche in zentralen Fragen aus und präsentiere keine konkreten politischen Lösungen. Trotz der gegenseitigen Kritik verzichteten beide jedoch auf persönliche Untergriffe – ein mögliches Indiz dafür, dass nach der Wahl erneut eine Koalition infrage kommt. Selbst Kretschmann griff Hagel an und bezeichnete dessen Wahlkampfversprechen als alte Politik in neuem Gewand.

Die Wahl folgt auf den starken Zugewinn der Grünen 2021, als sie unter Kretschmanns Führung 32,6 Prozent der Stimmen holten. Die CDU hingegen erlebte mit nur 24,1 Prozent ihr historisch schlechtestes Ergebnis im Land. Obwohl Teile der Grünen eigentlich eine Ampelkoalition mit SPD und FDP bevorzugten, setzte Kretschmann eine schwarz-grüne Allianz durch und wurde im Mai 2021 erneut zum Ministerpräsidenten gewählt.

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Auch auf Bundesebene sind die Spannungen zwischen Grünen und CDU wieder aufgeflammt. Im Januar 2026 kritisierten CDU/CSU und SPD acht grüne Europaabgeordnete, weil diese sich gegen das Mercosur-Abkommen stellten – die Union warf ihnen vor, gegen nationale Interessen zu handeln. Zusätzlich erhöhte Hessens CDU-Ministerpräsident Boris Rhein die Spannungen, indem er Özdemirs Wahlplakate und dessen Bilanz als Bundeslandwirtschaftsminister anging.

Die Wahl wird entscheiden, ob Baden-Württemberg unter grüner Führung bleibt oder wieder an die CDU fällt. Sowohl Özdemir als auch Hagel signalisierten bereits Gesprächsbereitschaft – eine erneute Koalition scheint also denkbar. Gleichzeitig wird sich zeigen, ob die Grünen ihre Vorherrschaft in einem Land halten können, das sie seit über einem Jahrzehnt regieren.