SAP: Vom deutschen Startup zum globalen Softwaregiganten mit neuen Herausforderungen
Gerd BuchholzSAP: Vom deutschen Startup zum globalen Softwaregiganten mit neuen Herausforderungen
SAP, einer der weltweit größten Anbieter von Unternehmenssoftware, hat sich vom kleinen deutschen Startup zum globalen Technologieführer entwickelt. Gegründet 1972 von fünf ehemaligen IBM-Ingenieuren, bedient das Unternehmen heute über 440.000 Kunden in 180 Ländern. Aktuell sieht sich SAP jedoch mit regulatorischen Prüfungen und einer langsameren als erwarteten Einführung seiner neuesten Geschäftssoftware konfrontiert.
Das Unternehmen nahm im Juni 1972 in Walldorf, Baden-Württemberg, seinen Anfang, wo sich noch heute der Hauptsitz befindet. Die Gründer – Dietmar Hopp, Hasso Plattner, Claus Wellenreuther, Klaus Tschira und Hans-Werner Hector – wollten mit SAP standardisierte Unternehmenslösungen entwickeln. 1988 ging das Unternehmen an die Börse, sicherte sich so Kapital für die internationale Expansion und den Ausbau der Forschung.
In den 2010er-Jahren verlagerte SAP seinen Fokus auf Cloud-Technologien und tätigte dafür bedeutende Übernahmen, darunter SuccessFactors, Ariba und Concur, um sein Portfolio zu erweitern. Die Einführung von SAP HANA im Jahr 2010 markierte einen weiteren Meilenstein: eine Hochgeschwindigkeits-Datenbankplattform, die Daten im Arbeitsspeicher verarbeitet. Fünf Jahre später brachte das Unternehmen SAP S/4HANA auf den Markt – eine Business-Suite der nächsten Generation für Echtzeit-Datenverarbeitung.
Trotz seiner Marktführerschaft steht SAP vor Herausforderungen: Die Umstellung auf S/4HANA verzögert sich aufgrund von Kapazitätsengpässen und Lücken in der Cloud-Version. Gleichzeitig holen Konkurrenten wie Oracle und Microsoft in den Bereichen Finanzdienstleistungen und im Mittelstand auf. Im September 2025 leitete die EU-Kommission eine Untersuchung zu den Wartungs- und Support-Praktiken von SAP ein – mit dem Vorwurf möglicher wettbewerbswidriger Verhaltensweisen.
SAP beschäftigt weltweit rund 109.000 Mitarbeiter und hält etwa 24 Prozent des globalen ERP-Marktes. Seine Unternehmenssoftware bleibt weit verbreitet, doch das Unternehmen muss nun regulatorischen Druck und Adoptionshürden bewältigen. Der Ausgang der EU-Untersuchung und das Tempo der S/4HANA-Migration werden maßgeblich seine nächste Entwicklungsphase prägen.






