04 April 2026, 14:24

Revolution beim Laden: E-Autos bald mit eigenem Stromvertrag tanken

Elektrofahrzeug-Ladestation auf einem Parkplatz mit umgeben-der Infrastruktur und einer Brücke im Hintergrund.

Revolution beim Laden: E-Autos bald mit eigenem Stromvertrag tanken

Ein neues System verändert die Art und Weise, wie Fahrer von Elektroautos (E-Autos) in Deutschland an öffentlichen Ladestationen bezahlen. Das Projekt Banula ermöglicht es Nutzern nun, ihre eigenen Stromverträge an den Ladesäulen zu nutzen – statt wie bisher auf feste Roaming-Vereinbarungen angewiesen zu sein. Diese Umstellung könnte die Abrechnung vereinfachen und die Kosten für Autofahrer im ganzen Land senken.

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) hat kürzlich den Durchbruch bekannt gegeben, der einen wichtigen Schritt hin zur flächendeckenden Einführung des sogenannten Durchleitungsmodells darstellt. Das Banula-Projekt startete als Pilotvorhaben im Netzgebiet von TransnetBW. Getestet wurde ein System, bei dem E-Auto-Fahrer ihre Fahrzeuge mit ihrem persönlichen Stromtarif laden – statt zu den Preisen des Betreibers der Ladestation. Das Modell trennt die Kosten für die Nutzung der Infrastruktur von denen für den Strom selbst und erfordert eine präzise Erfassung des Verbrauchs pro Nutzer.

Nun wird das Projekt auf das Netz eines zweiten Übertragungsnetzbetreibers ausgeweitet. Eine öffentliche Ladestation am Standort Harthausen des Unternehmens OLI Systems, betrieben mit Technik von Amperfied, arbeitet bereits nach diesem Prinzip. Ziel der Initiative ist es, einen bundesweiten Abrechnungsstandard für alle öffentlichen Ladesäulen zu schaffen.

Das Fraunhofer IAO leitet die Forschung und arbeitet dabei mit sieben Partnern aus Industrie und Wissenschaft zusammen. Ihr Ziel ist es, flexibles Laden über feste Standorte wie Zuhause oder den Arbeitsplatz hinaus zu ermöglichen. Die deutsche Regierung hat einen ähnlichen Ansatz bereits für Ausschreibungen zum Laden von Elektro-Lkw übernommen, während der Ökostromanbieter LichtBlick eine eigene Version für Personenkraftwagen entwickelt.

Anders als beim klassischen Roaming vermeidet das Banula-Modell zusätzliche Gebühren, indem es direkt an den bestehenden Stromvertrag des Fahrers angebunden wird. Dennoch muss das System die Infrastrukturkosten sowie eine exakte Energiemessung berücksichtigen, um reibungslos zu funktionieren.

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Die Ausweitung des Banula-Projekts deutet auf eine Zukunft hin, in der E-Auto-Fahrer günstiger laden können – einfach mit ihrem eigenen Stromvertrag. Sollte sich das Durchleitungsmodell durchsetzen, könnte es zum Standard für öffentliches Laden in ganz Deutschland werden. Derzeit befindet sich das System noch in der Testphase; eine weitere Verbreitung hängt von technischen und regulatorischen Fortschritten ab.

Quelle