27 January 2026, 06:40

Reinhold Würth warnt vor Arbeitsmoral-Krise: "Junge Generation ist verzogen"

Offenes Buch mit detaillierter Illustration von Rothenburg, Deutschland, aus einem Stundenbuch

So denkt Reinhold Würth über die Arbeitsethik in Deutschland - Reinhold Würth warnt vor Arbeitsmoral-Krise: "Junge Generation ist verzogen"

Reinhold Würth, der 90-jährige Milliardär und Unternehmer, hat vor einem Risiko für Deutschlands künftigen Wohlstand gewarnt. In einem aktuellen Interview kritisierte er den Wandel in der Einstellung zur Arbeit und argumentierte, dass jüngere Arbeitnehmer heute höhere Löhne für geringeren Einsatz erwarteten. Seine Äußerungen unterstreichen die Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes in einer sich verändernden Wirtschaft.

Würth zufolge stehe Deutschland an einem Scheideweg zwischen anhaltendem Erfolg und wirtschaftlichem Niedergang. Er verwies auf einen wachsenden Trend, bei dem Beschäftigte mehr Geld fordern, während sie gleichzeitig weniger Stunden arbeiten. Der Unternehmer führte zudem an, dass deutsche Arbeitnehmer häufiger krankfeiern als die in vergleichbaren Industrienationen.

Die heutige Arbeitsmoral führte er auf übermäßige Verwöhnung durch die Eltern der Babyboomer-Generation zurück. Im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen bezeichnete er jüngere Arbeitnehmer als "unglaublich verzogen" durch ihre Erziehung. Würth lehnte auch Vorschläge ab, Feiertage, die auf ein Wochenende fallen, durch Ersatzfreitage auszugleichen – solche Ideen nannte er unrealistisch.

Trotz seines hohen Alters ist Würth nach wie vor hochaktiv: Noch spätabends diktiert er Briefe und geht täglich schwimmen. Seine eigene Arbeitsmoral steht damit in scharfem Kontrast zu den von ihm kritisierten Trends in der Gesellschaft.

Würths Aussagen betonen seine Überzeugung, dass es schwierig sein werde, die nachlassende Arbeitskultur in Deutschland umzukehren. Er verbindet die Herausforderung mit den Erwartungen der jüngeren Generation und warnt, dass das Land ohne Veränderungen Mühe haben werde, seine wirtschaftliche Position zu halten. Seine Haltung spiegelt die breitere Debatte über Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit im heutigen Deutschland wider.