19 April 2026, 08:20

Rechtsstreit um digitale Gewalt: Medienanwalt greift NDR und ARD an

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Rechtsstreit um digitale Gewalt: Medienanwalt greift NDR und ARD an

Ein Rechtsstreit um Vorwürfe digitaler Gewalt hat sich zugespitzt, nachdem der Medienanwalt Christian Schertz die öffentlich-rechtlichen Sender NDR und ARD der Voreingenommenheit bezichtigt hat. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht die Talkshow Caren Miosga, in der die Schauspielerin Collien Fernandes ihre Anschuldigungen gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, thematisierte. Schertz hat nun rechtliche Schritte gegen den Spiegel wegen dessen Berichterstattung über den Fall angedroht.

Die Schauspielerin Collien Fernandes war kürzlich in der Sendung Caren Miosga zu Gast, wo sie ihrem früheren Ehemann, dem Schauspieler Christian Ulmen, digitale Gewalt vorwarf. Neben Fernandes war lediglich Bundesjustizministerin Stefanie Hubig als Gast eingeladen – eine Personalauswahl, die Schertz scharf kritisierte. Er argumentierte, die einseitige Besetzung untergrabe eine faire Berichterstattung und belege die Voreingenommenheit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Das Redaktionsteam von Caren Miosga wies diese Vorwürfe zurück. Man bestehe darauf, dass die Sendung ein drängendes gesellschaftspolitisches Thema aufgegriffen und dabei den Standards verantwortungsvoller investigativer Journalismus entsprochen habe. Unterdessen haben die Staatsanwälte in Itzehoe auf Basis von Fernandes' Vorwürfen ein Ermittlungsverfahren gegen Ulmen eingeleitet.

Schertz, der Ulmen vertritt, bestreitet, dass sein Mandant Deepfake-Videos erstellt oder verbreitet habe. Er bezeichnete die Anschuldigungen als falsch und kündigte an, den Spiegel wegen dessen Berichterstattung zu verklagen. Der Fall hat seitdem eine breitere Debatte über digitale Gewalt, Medienethik und die Rolle von Talkshows bei der Meinungsbildung ausgelöst.

Während gegen Ulmen nun strafrechtlich ermittelt wird, bereitet Schertz rechtliche Schritte gegen den Spiegel vor. Der Streit verdeutlicht die Spannungen zwischen der medialen Aufarbeitung von Vorwürfen und den Grundsätzen ausgewogener Berichterstattung. Die öffentlich-rechtlichen Sender verteidigen weiterhin ihr Vorgehen und betonen, dass das Thema von erheblichem öffentlichen Interesse sei.

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