16 April 2026, 16:26

Rechtsextreme Angriffe auf zivilgesellschaftliche Gruppen erreichen 2025 alarmierenden Höhepunkt

Große Gruppe von Menschen bei einer LGBTQ+-Rechtsdemo in Berlin, die Fahnen und Schilder schwingt, mit Gebäuden, einem Kran und Wolken im Hintergrund.

Rechtsextreme Angriffe auf zivilgesellschaftliche Gruppen erreichen 2025 alarmierenden Höhepunkt

Rechtsextreme Angriffe auf zivilgesellschaftliche Gruppen nehmen 2025 dramatisch zu

2025 häufen sich rechtsextreme Übergriffe auf Aktivist:innen, Jugendzentren und LGBTQ+-Organisationen. Die Amadeu Antonio Stiftung dokumentierte 112 Vorfälle – im Schnitt alle drei Tage einen. Expert:innen warnen, dass Einschüchterung systematisch genutzt wird, um demokratische Stimmen in Deutschland zum Schweigen zu bringen.

Die Gewalt zeigt sich in unterschiedlichen Formen: In Hannover wurde ein autonomes Jugendzentrum mit Buttersäure beschmiert, in Cottbus brannte kurz vor den Christopher Street Day-Feierlichkeiten das Rainbow Center nach einem Brandanschlag. Fast die Hälfte aller Vorfälle ereignete sich in Ostdeutschland, wo zivilgesellschaftliche Akteur:innen seit Langem unter anhaltenden Bedrohungen leiden.

Bastian Drumm, Sozialarbeiter in der Kontaktstelle Holler, berichtet von Hassbriefen, Todesdrohungen und rechtsextremer Propaganda gegen sein Zentrum. Gleichzeitig forderte die AfD-Fraktion in Riesa, dass alle Jugendlichen in Jugendprogrammen namentlich und mit Adresse erfasst werden – ein Schritt, den Kritiker:innen als Türöffner für rechtsextreme Schikanen werten.

Lea Lochau vom Kompetenzzentrum Rechtsextremismusprävention verweist auf eine zunehmende Arbeitsteilung zwischen der AfD und anderen extremistischen Gruppen. Timo Reinfrank von der Amadeu Antonio Stiftung betont, dass die Diffamierung und Einschüchterung engagierter Demokrat:innen eine gezielte Strategie rechtsextremer Akteur:innen sei.

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Die Reaktion der Bundesregierung stößt auf Kritik. Familienministerin Karin Prien (CDU) kündigte eine Umstrukturierung des Programms "Demokratie leben!" an, wodurch 200 geförderte Projekte um ihre Zukunft bangen. Drumm verurteilte die Pläne und forderte mehr staatlichen Schutz für bedrohte Initiativen.

Die Zunahme der Angriffe macht zivilgesellschaftliche Gruppen verletzlicher denn je. Während Förderprogramme auf der Kippe stehen und rechtsextreme Bedrohungen eskalieren, fordern Aktivist:innen entschlossenes Handeln. Die Daten zeigen ein klares Muster: Rechtsextreme Netzwerke gehen gezielt gegen jene vor, die sich ihnen entgegenstellen.

Quelle