Reallabor in Baden-Württemberg testet intelligente Integration von Elektro-Lkw-Flotten ins Stromnetz
Brigitta SchülerReallabor in Baden-Württemberg testet intelligente Integration von Elektro-Lkw-Flotten ins Stromnetz
Ein neues Reallabor in Baden-Württemberg testet, wie große Flotten von Elektro-Lkw nahtlos in das Stromnetz integriert werden können. Das Projekt mit dem Namen FlexCharge BW – NETZlabor E-Lkw wird gemeinsam mit zwei Logistikunternehmen durchgeführt und zielt darauf ab, Ladebedarf und Netzstabilität in Einklang zu bringen. Erste Praxistests laufen bereits mit 40 Elektro-Lkw und 20 Schnellladestationen.
Die von Netze BW geführte Initiative vereint Stickel Transport und Logistik Schmitt als zentrale Partner. Beide Unternehmen erproben unterschiedliche Ansätze: Während Stickel Transport netzreaktives Laden mit flexiblen Stromtarifen kombiniert, koordiniert Logistik Schmitt die Ladevorgänge über mehrere Standorte hinweg.
Kern des Projekts ist die Entwicklung dynamischer Ladepläne, die sich in Echtzeit an Netzdaten des Betreibers anpassen. Ziel ist es, Überlastungen an neuralgischen Punkten des Netzes zu vermeiden, ohne die Effizienz der Logistikabläufe zu beeinträchtigen.
Neben den praktischen Tests werden im Reallabor Daten analysiert und Simulationen durchgeführt, um das Potenzial für eine breitere Anwendung zu bewerten. Die Erkenntnisse könnten anderen Regionen helfen, Elektro-Flotten einzubinden, ohne die lokalen Netze zu überlasten. Zudem werden beschleunigte Lösungen für den Anschluss leistungsstarker Ladeinfrastruktur erforscht.
Die Tests laufen bis Dezember 2026, und die Ergebnisse sollen künftige Richtlinien für die gewerbliche E-Mobilität prägen. Das FlexCharge-BW-Projekt wird konkrete Einblicke liefern, wie die Netzbelastung durch Elektro-Lkw-Flotten gesteuert werden kann. Die Ergebnisse könnten zu verbesserten Ladestrategien und schnelleren Netzanschlüssen für Logistikdrehscheiben führen. Der Abschlussbericht wird bis Ende 2026 erwartet.






