Premiere: Migranten aus Ostblockstaaten tauschen sich in Deutschland aus
Hans-Josef BeckmannPremiere: Migranten aus Ostblockstaaten tauschen sich in Deutschland aus
Erstmaliges Treffen von Migrantinnen und Migranten aus ehemaligen Ostblockstaaten in Deutschland
Vom 6. bis 8. August kamen im Rahmen einer neuen Initiative erstmals Migrantinnen und Migranten aus ehemaligen Ostblockstaaten in Deutschland zusammen. Die Veranstaltung wurde von der BUNT-Stiftung im Rahmen des Projekts p(ost) berlin organisiert. Schätzungsweise fünf Millionen Menschen mit Wurzeln in der ehemaligen Sowjetunion leben derzeit in Deutschland – das entspricht etwa drei Prozent der Wahlberechtigten.
Das Treffen markierte den Start von p(ost) berlin, einer gemeinsamen Initiative von BUNT und dem Bundesprogramm "Demokratie lebt!". Im Mittelpunkt standen Vernetzung und Erfahrungsaustausch, wobei sich viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer erstmals persönlich trafen. Wladimir Weinberg, Vorsitzender des Bundesverbands russischsprachiger Eltern, hielt einen Vortrag über die Stärkung von Migrantengemeinschaften.
Eine der zentralen Herausforderungen, die diskutiert wurden, ist die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse – insbesondere für Lehrkräfte. Viele Teilnehmende arbeiten in Berufen, in denen ihre im Ausland erworbenen Qualifikationen in Deutschland nicht automatisch anerkannt werden.
Auf der Veranstaltung waren mehrere Organisationen vertreten, die Migrantinnen und Migranten unterstützen. Der Kinder- und Jugendverband JunOst fördert junge Menschen mit russischsprachigem Hintergrund, während Frauenpower ukrainischen Frauen bei der Integration in die deutsche Gesellschaft hilft. Die Deutsch-Kasachische Gesellschaft, seit 1997 aktiv, pflegt kulturelle Beziehungen zwischen Kasachstan und Deutschland. Die BUNT-Stiftung selbst bietet Sprach- und Kulturkurse an, mit einem besonderen Fokus auf Frauen, Kinder und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutscher Unternehmen.
Die Konferenz machte deutlich, dass Migrantinnen und Migranten aus ehemaligen Ostblockstaaten weiterhin mit Hürden wie der beruflichen Anerkennung und sozialer Integration konfrontiert sind. Angesichts der Millionen Menschen in Deutschland mit diesem Hintergrund zielen Initiativen wie p(ost) berlin darauf ab, Gemeinschaften zu stärken und Unterstützungsnetzwerke auszubauen. Weitere Treffen und Projekte sind geplant.






