Porsche verlässt 2025 die WEC – und hinterlässt eine Lücke im Ausdauersport
Gerd BuchholzPorsche verlässt 2025 die WEC – und hinterlässt eine Lücke im Ausdauersport
Porsche verlässt nach der Saison 2025 die FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) – das Ende einer Ära für den deutschen Hersteller. BMW hingegen bleibt langfristig in der WEC und der US-amerikanischen IMSA-Serie engagiert, was tiefe Veränderungen im Spitzenbereich des Ausdauersports bedeutet.
Der Rückzug von Porsche wurde vor dem letzten WEC-Rennen in Bahrain am 8. November 2025 bekannt gegeben. Als Hauptgründe nannte das Unternehmen wirtschaftliche Zwänge und sportliche Erwägungen. Mit dem Abschied verliert die WEC nicht nur ihr erfolgreichstes Team in Le Mans, sondern auch die letzte deutsche Marke in der höchsten Prototypen-Klasse – bis BMW ab 2026 als einziger Vertreter übrig bleibt.
Die WEC arbeitet derzeit an einem neuen Konzept, um die Hypercar-Klasse zu vereinheitlichen und den Wettbewerb zu straffen. Parallel bereitet BMW ein umfangreiches aerodynamisches Update für seinen M Hybrid V8 vor, das 2026 debütieren soll. Zudem verlagert der Münchner Hersteller seine IMSA-Aktivitäten: Das belgische Team WRT übernimmt die Werkseinsätze von der US-amerikanischen Mannschaft RLL.
Seit 2021 haben die LMDh- und LMH-Reglements den Ausdauersport neu geformt. Dank standardisierter Balance of Performance (BoP) und geringerer Kosten konnten Porsche und BMW schnell konkurrenzfähige Fahrzeuge entwickeln, während Ferraris LMH 499P zunächst dominierte, bevor strengere BoP-Anpassungen für mehr Ausgewogenheit sorgten. Bis 2026 hat sich das Feld angeglichen – mit Siegen von Porsche, BMW und Ferrari in WEC und IMSA.
Porsches letzte IMSA-Saison endete mit einem Triumph in Road Atlanta, wo das Team alle Titel in der GTP-Klasse holte. BMW belegte Platz vier in der Herstellerwertung und bereitet sich nun auf eine erweiterte Rolle in beiden Serien vor.
Mit Porsches Abschied bleibt BMW ab 2026 der einzige deutsche Automobilhersteller in der WEC-Spitzenklasse. Die Serie entwickelt sich weiter – mit Fokus auf einheitliche Reglements und ausgeglichene Konkurrenz. Die Veränderungen werden die Strategien der Hersteller im Ausdauersport noch Jahre prägen.