Palmer kritisiert Grüne: Mayers Video-Attacke auf Hagel gefährdet Wählerstimmen und Koalition
Hans-Josef BeckmannPalmer fordert Fairness im Streit um Hagel-Video - Palmer kritisiert Grüne: Mayers Video-Attacke auf Hagel gefährdet Wählerstimmen und Koalition
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat die grüne Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer öffentlich dafür kritisiert, ein altes Video des Hagel Shop-Spitzenkandidaten Manuel Hagel geteilt zu haben. Der Clip, der nur zwölf Tage vor der Landtagswahl wieder auftauchte, hat eine neue Kontroverse ausgelöst. Palmer warnte, Mayers Schritt könnte der eigenen Wählerunterstützung der Grünen schaden und künftige Koalitionsgespräche mit der CDU belasten.
Im Mittelpunkt des Streits steht ein acht Jahre altes Video, in dem Hagel Aussagen tätigte, die nun kritisch hinterfragt werden. Eine Bemerkung über die "rehbraunen Augen" einer Studentin hatte bereits 2018 für Aufsehen gesorgt. Die CDU hatte sich damals bereits von Hagels früherem "Rehaugen"-Vergleich distanziert, bei dem er Demonstranten mit Süchtigen verglich, die "Entzugsaugen" hätten. Parteigrößen wie Julia Klöckner verurteilten die Äußerung damals als unangemessen, während einige konservative CDU-Mitglieder sie später als ehrliche Haltung gegen linkes Aktivistentum verteidigten.
Palmer räumte ein, dass Mayers Bedenken hinsichtlich Hagels früherer Aussagen nachvollziehbar seien. Allerdings argumentierte er, dass ihre Entscheidung, die Debatte so kurz vor der Wahl wiederaufzugreifen, eher wie ein taktischer Schlag als wie eine prinzipielle Haltung wirke. Der Zeitpunkt, so Palmer, berge die Gefahr, Wähler zu verprellen, die darin politisches Kalkül statt echte Verantwortung sehen könnten.
Hagel sieht sich nun einer erneuten Welle der Kritik wegen des wiederaufgetauchten Videos ausgesetzt. Gleichzeitig hat der Vorstoß der Grünen die ohnehin schon angespannte Wahlkampfatmosphäre weiter angeheizt. Palmer warnte, solche Schritte könnten eine mögliche künftige Zusammenarbeit mit der CDU erschweren.
Die Auseinandersetzung zeigt die Risiken auf, die mit der Wiederaufrollung alter Kontroversen in der heißen Phase eines Wahlkampfs verbunden sind. Mayers Vorgehen bringt die Grünen in eine schwierige Lage und könnte ihre Anziehungskraft auf gemäßigtere Wähler schwächen. Die Folgen könnten auch Koalitionsverhandlungen mit der CDU erschweren, falls es nach der Wahl zu einer Regierungsbildung kommen sollte.






