07 May 2026, 10:21

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitaler Kompetenzausbau gegen Kriminalität im Netz

FBI Ten Most Wanted Fugitive Eric Robert Rudolph poster with three black-and-white photos of different individuals and white text on a black background.

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitaler Kompetenzausbau gegen Kriminalität im Netz

Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Kompetenzen mit großem OSINT-Schub aus

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen erweitert ihre digitalen Fähigkeiten mit einem massiven Ausbau der Open-Source-Intelligence (OSINT). Die Initiative umfasst neue Schulungsprogramme, spezialisierte Einheiten und ein wachsendes Expertenteam für Online-Ermittlungen. Ziel der Behörden ist es, die Fähigkeiten der Strafverfolgung bei der Sammlung und Auswertung öffentlich zugänglicher Daten zu stärken.

Das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss unterrichtet OSINT mittlerweile als Kernfach. Das von dem 37-jährigen Marc Restemeyer und weiteren Fachleuten entwickelte Programm besteht aus zehn strukturierten Modulen, die eine standardisierte Grundlage für Beamte in verschiedenen Sicherheitsbereichen bieten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Beim Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf haben sich die OSINT-Aktivitäten deutlich ausgeweitet. Was einst als Zweier-Team begann, ist heute eine 16-köpfige Abteilung, in der IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler zusammenarbeiten. Fabian Coenen, 42, leitet die Abteilung 22.2, die sich auf politisch motivierte Kriminalität unter Nutzung öffentlich verfügbarer Daten spezialisiert hat.

Das Projekt „Digitale Streife“ startete Anfang September 2024 und brachte zehn neue Beamte ins LKA. Fast 100 weitere Polizisten in sechs Regionalbehörden sind ebenfalls eingebunden. Swen Schubert führt die größte Einheit in Köln an, wo 18 Beamte zwischen 25 und 52 Jahren auf digitale Überwachung spezialisiert sind.

Neben der Schulung neuer LKA-Mitarbeiter bereitet Restemeyer auch Beamte für die „Digitalen Streifen“ in sechs Staatsschutzbehörden vor. Diese Teams unterstützen dringende Einsätze mit nationaler Sicherheitsrelevanz und ermöglichen schnelle, fundierte Reaktionen.

Die OSINT-Offensive markiert einen Wandel in der Art und Weise, wie die nordrhein-westfälische Polizei Online-Informationen sammelt und nutzt. Mit strukturierten Schulungen, erweiterten Teams und spezialisierten Einheiten sind die Behörden besser gerüstet, um digitale Bedrohungen zu bekämpfen. Die Initiative spiegelt die wachsende Abhängigkeit von öffentlich zugänglichen Daten für die Polizeiarbeit wider.

Quelle