Neuer Verbandschef aus Reutlingen will Familienunternehmen in Baden-Württemberg stärken
Hans-Josef BeckmannNeuer Verbandschef aus Reutlingen will Familienunternehmen in Baden-Württemberg stärken
Robin Morgenstern, ein 48-jähriger Unternehmer aus Reutlingen, ist zum neuen Vorsitzenden von Die Familienunternehmer in Baden-Württemberg gewählt worden. Er übernimmt das Amt von André Bartel, der den Verband viele Jahre lang geführt hat. Morgenstern will sich nun für eine Politik einsetzen, die familiengeführte Unternehmen in der Region stärkt.
Die Wirtschaft der Region stützt sich maßgeblich auf solche Betriebe, die über 90 Prozent aller Unternehmen in Baden-Württemberg ausmachen.
Morgenstern ist geschäftsführender Gesellschafter und CEO der Morgenstern-Unternehmensgruppe mit Sitz in Reutlingen. Das Unternehmen beschäftigt an elf Standorten in Deutschland und der Schweiz mehr als 300 Mitarbeiter. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit engagiert er sich seit Jahren in der Interessenvertretung der Wirtschaft.
Seit 2009 ist er Mitglied bei Die Familienunternehmer und leitet seit 2018 den Regionalkreis Südwest des Verbands. Zudem fungiert er als Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Reutlingen. Zu seinen aktuellen Schwerpunkten zählen der Abbau von Bürokratie, die Sicherung von Fachkräften sowie die voranschreitende Digitalisierung von Familienbetrieben.
Eine seiner ersten Herausforderungen wird der Widerstand gegen den baden-württembergischen Finanzminister Danyal Bayaz sein. Morgenstern kritisiert dessen geplantes "großes Generationenpaket" als versteuerte Steuererhöhung. Stattdessen befürwortet er ein automatisches Rentenalter, das an die Lebenserwartung geknüpft ist. Auch einen vorgeschlagenen Sicherungsfonds lehnt er ab, da dieser die Unternehmen zusätzlich belasten würde.
Mit Blick auf die Landtagswahl 2026 betont Morgenstern die Notwendigkeit einer Politik, die Investitionen fördert und die Mittelschicht schützt. Gleichzeitig vollzieht sich in der Region ein weiterer großer wirtschaftlicher Wandel: Die schweizerische Eissmann Group in Bad Urach wird vom Automobilzulieferer Motherson Group übernommen; der Deal soll in Kürze abgeschlossen werden.
Morgensterns Amtsantritt fällt in eine Zeit, in der Familienunternehmen wachsenden wirtschaftlichen und politischen Druck ausgesetzt sind. Sein Fokus auf Bürokratieabbau und Wettbewerbsfähigkeit wird die Agenda des Verbands in den kommenden Jahren prägen. Die Ergebnisse dieser Bemühungen könnten die Wirtschaftslage in Baden-Württemberg bereits vor der Wahl 2026 entscheidend beeinflussen.