20 February 2026, 02:42

Neue Rodentizid-Regeln 2027: Landwirte fürchten bürokratische Hürden und Fachkräfte-Frust

Gehackte Gemüse auf einem Holzbrett mit der Inschrift "Verantwortung für Lebensmittelsicherheit" in fetter Schrift.

Neue Rodentizid-Regeln 2027: Landwirte fürchten bürokratische Hürden und Fachkräfte-Frust

Neue Vorschriften zur Nagetierbekämpfung sorgen bei Landwirten und Lebensmittelproduzenten für Besorgnis. Ab Juli 2027 benötigen alle, die bestimmte Rodentizide einsetzen, eine verpflichtende Zertifizierung gemäß der aktualisierten Gefahrstoffverordnung. Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz, fordert nun Änderungen, um unnötige Belastungen für die Branche zu vermeiden.

Hauk argumentiert, dass bestehende Qualifikationen in der Landwirtschaft ausreichen müssten. Er warnt, dass die Missachtung des Fachwissens der Landwirte zu Frustration und Misstrauen gegenüber politischen Entscheidungen führen könnte.

Die überarbeitete Gefahrstoffverordnung sieht vor, dass ab Mitte 2027 für den Umgang mit antikoagulierenden Rodentiziden der zweiten Generation eine Zertifizierung erforderlich sein wird. Diese Mittel werden in der Landwirtschaft weit verbreitet eingesetzt, um die Lebensmittelsicherheit, die Hygiene in Lagerstätten und den Schutz von Erntegütern zu gewährleisten. Ohne sie könnten Landwirte und Lebensmittelhersteller vor ernste Herausforderungen bei der Schädlingsbekämpfung gestellt werden.

Die Landesregierung von Baden-Württemberg wehrt sich gegen die neue Regelung. Minister Hauk betont, dass staatlich anerkannte Abschlüsse in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion bereits das notwendige Wissen abdecken. Er hat das Bundesumweltministerium aufgefordert, gemeinsam mit anderen Ressorts eine praxistaugliche Lösung zu erarbeiten.

Hauks Vorschlag sieht vor, bestehende landwirtschaftliche Qualifikationen als gleichwertig mit der neuen Biozid-Zertifizierung anzuerkennen. Dadurch würden Landwirte keine zusätzliche Schulung für Stoffe benötigen, mit denen sie bereits sicher umgehen. Bisher hat das Bundeslandwirtschaftsministerium jedoch – Stand Februar 2026 – keine offiziellen Schritte oder Verhandlungen zu Ausnahmen oder Anpassungen der 2027 in Kraft tretenden Vorgaben angekündigt.

Der Minister unterstrich, dass die Nichtanerkennung der Fachkompetenz der Landwirte die Politikverdrossenheit weiter vertiefen könnte. Er plädiert dafür, dass das Zertifizierungsverfahren die praktischen Fähigkeiten der Branche widerspiegelt, statt pauschale Vorgaben zu machen.

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Die Diskussion über die Rodentizid-Zertifizierung liegt nun in den Händen der Bundesbehörden. Werden keine Änderungen vorgenommen, müssen Landwirte und Lebensmittelproduzenten bis 2027 zusätzliche Qualifikationen erwerben. Die Entscheidung wird zeigen, ob die bestehende landwirtschaftliche Ausbildung als ausreichend angesehen wird – oder ob für die Schädlingsbekämpfung weitere Schritte nötig sein werden.