"Neue Generation" fordert Politik mit Bürgerparlamenten heraus – Halle macht den Anfang
Hans-Josef Beckmann"Neue Generation" fordert Politik mit Bürgerparlamenten heraus – Halle macht den Anfang
Aktivistengruppe "Neue Generation" startet Bürgerdebatten als Herausforderung für die etablierte Politik
Die neue Aktivistengruppe Neue Generation hat eine Reihe öffentlicher Diskussionen ins Leben gerufen, um die traditionelle Politik in Frage zu stellen. Bei ihrer ersten lokalen Veranstaltung, einem "Bürgerparlament" in Halle, standen Bildung und demokratische Reformen im Mittelpunkt. Die Zusammenkunft war Teil einer breiter angelegten Kampagne, die die politische Richtung Deutschlands hinterfragt.
Das Treffen in Halle stand unter dem Motto "Wie nah sind wir dem Faschismus? Die Gegenwart verstehen. Mut aufbauen. Gemeinsam handeln." Die Teilnehmenden diskutierten über die Finanzierung des Bildungssystems und forderten mehr Investitionen in Schulen und Kitas. Statt Sparmaßnahmen schlagen sie vor, Mittel aus den Haushalten für Infrastruktur und Klimaschutz umzuwidmen.
Die Neue Generation, die aus der Klimaprotestbewegung Letzte Generation hervorgegangen ist, präsentierte die Veranstaltung als direkte Alternative zum Deutschen Bundestag. Die Organisator:innen kritisierten das nationale Parlament als "Lobbyistenparlament" und setzten sich für basisdemokratische Entscheidungsprozesse ohne Einfluss der Wirtschaft ein.
Ein zentrales Ergebnis war die Zusage eines Gesprächs mit Katharina Brederlow, der Bildungsdezernentin von Halle. In den kommenden Wochen wird die Gruppe ihr dort ihre Vorschläge vorstellen. Das Treffen in Halle markierte zudem den Auftakt einer größeren Initiative: Vom 17. bis 24. April 2026 ist ein bundesweites digitales "Offenes Bürgerparlament" geplant.
Ziel der Initiative ist es, Räume für öffentliche Debatten außerhalb der etablierten politischen Strukturen zu schaffen. Durch den direkten Austausch mit lokalen Verantwortungsträger:innen und die Planung einer nationalen Online-Veranstaltung erprobt die Neue Generation, ob bürgergetragene Diskussionen Politik gestalten können. Die nächsten Schritte der Bewegung werden zeigen, wie viel Rückhalt ihre Ideen finden.






