Nammo und Diehl gründen Joint Venture für mehr Artilleriegranaten in Deutschland
Brigitta SchülerKartellamt ebnet Weg für neues Artillerie-Munitions-Unternehmen - Nammo und Diehl gründen Joint Venture für mehr Artilleriegranaten in Deutschland
Neue Verteidigungspartnerschaft soll Deutschlands Artilleriegranaten-Produktion ankurbeln
Der norwegische Rüstungskonzern Nammo Raufoss und das deutsche Unternehmen Diehl Defence haben ein Joint Venture gegründet, nachdem sie einen großen Militärauftrag erhalten hatten. Die Kooperation markiert den ersten Markteintritt von Nammo in Deutschlands 155-Millimeter-Granatenfertigung.
Um die Anforderungen des deutschen Rüstungsvertrags zu erfüllen, war eine formelle Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen notwendig. Bisher stellte Diehl Defence in seinem Werk in Überlingen rund 100.000 Artilleriegeschosse pro Jahr her. Durch das Know-how von Nammo soll die Produktion bis Anfang 2026 auf über 300.000 Granaten jährlich steigen.
Das Bundeskartellamt genehmigte das Joint Venture Ende 2024 mit der Begründung, es schränke den Wettbewerb nicht ein. Im Gegenteil: Die Fusion könnte den Markt stärken, indem sie die Produktionskapazitäten erhöht. Bereits jetzt gibt es Pläne, die Jahresproduktion bis 2027 auf 600.000 Granaten zu steigern – durch geteilte Technologien und erweiterte Produktionsstätten.
Der Schritt erhöht auch den Wettbewerbsdruck auf Rheinmetall, den führenden deutschen Rüstungskonzern. Nammo, ein wichtiger norwegischer Konkurrent, ist damit erstmals direkt auf dem deutschen Markt vertreten.
Die Partnerschaft wird die Produktion von Artilleriegranaten in Deutschland deutlich ausweiten. Durch die Kombination der bestehenden Infrastruktur von Diehl mit dem Branchenwissen von Nammo soll die Ausbringungsmenge stark ansteigen. Zudem entsteht mit dem Joint Venture ein neuer Mitbewerber für Rheinmetalls langjährige Vorherrschaft in diesem Sektor.






