09 June 2026, 08:19

Mittelstand fühlt sich vom Wirtschaftsgipfel im Kanzleramt ignoriert und schlägt Alarm

Präsident des BVMW Ahlhaus: KMU fühlen sich beim Wirtschaftsforum im Kanzleramt übergangen

Mittelstand fühlt sich vom Wirtschaftsgipfel im Kanzleramt ignoriert und schlägt Alarm

Vertreter des deutschen Mittelstands haben scharfe Kritik an ihrer Nichtberücksichtigung bei einem wichtigen Wirtschaftsgipfel im Kanzleramt geübt. Bei dem Treffen, das zentrale Reformen behandeln soll, sind zwar Gewerkschaften und Großarbeitgeberverbände eingeladen – nicht aber die kleinen und mittleren Unternehmen, die das Rückgrat der Wirtschaft bilden. Elf Branchenverbände, darunter der BVMW, werfen der Regierung vor, mit ihrer Vorgehensweise die Realität zu ignorieren.

Der von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ausgerichtete Gipfel soll anstehende Wirtschaftsreformen vorantreiben. Doch die Gästeliste hat bei kleineren Betrieben Frust ausgelöst. Christoph Ahlhaus, Hauptgeschäftsführer des BVMW, kritisierte die Organisation der Veranstaltung in der Villa Borsig scharf: Bisherige Absprachen hätten die Belange des Mittelstands immer wieder vernachlässigt.

In einer gemeinsamen Erklärung verweisen die Verbände auf ungelöste Forderungen wie Bürokratieabbau, Einkommensteuerreform und flexiblere Arbeitsgesetze. Sie warnen, dass der Fokus des Gipfels auf Großindustrie die vielfältige Wirtschaftslandschaft Deutschlands nicht widerspiegele. Ohne ihre Mitwirkung befürchten sie, dass Entscheidungen erneut die praktischen Herausforderungen kleinerer Betriebe außer Acht lassen.

Ahlhaus betonte die Notwendigkeit eines offenen, faktenbasierten Wirtschaftsdialogs – eines, der alle Sektoren einbezieht und nicht nur die größten Akteure. Die Ausgrenzung des Mittelstands bei diesem als richtungsweisend geltenden Treffen, dem wichtigsten der Legislaturperiode, habe die Sorgen über die künftige Ausrichtung der Wirtschaftspolitik noch verstärkt.

Der Gipfel wird ohne direkte Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen stattfinden. Damit bleiben zentrale Themen wie bürokratische Hürden und Steuerreformen offiziell unberücksichtigt. Die Verbände haben klar gemacht: Künftige Vereinbarungen müssen die Realität der gesamten Wirtschaft abbilden – nicht nur die der industriellen Kernbereiche.

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