Mirjam Kottmann bricht als erste Rollstuhl-Nachrichtensprecherin Deutschlands Barrieren
Brigitta SchülerMirjam Kottmann bricht als erste Rollstuhl-Nachrichtensprecherin Deutschlands Barrieren
Mirjam Kottmann hat Geschichte geschrieben: Sie ist die erste Nachrichtensprecherin im Rollstuhl in Deutschland. Seit dem 12. Februar präsentiert sie beim Bayerischen Rundfunk (BR) die Nachrichten um 16:00 Uhr und 18:30 Uhr. Bereits während einer erfolgreichen Probe-Woche im vergangenen Herbst überzeugte sie die Zuschauer mit ihrer Professionalität und ihrer warmherzigen Ausstrahlung.
Kottmanns Karriere beim BR begann 1997, wo sie zunächst für die Rundschau arbeitete und später für die ARD-Korrespondentenbüros in Rom und Wien tätig war. Zudem moderierte sie die Radiosendung Leben mit Behinderung und setzte sich für eine bessere Repräsentation von Menschen mit Behinderung in den Medien ein.
Nach einem Vorsprechen für eine freie Moderatorenstelle bei BR24 präsentierte sie im Herbst 2023 eine Testwoche. Das Publikum reagierte positiv auf ihre angenehme Stimme, ihre Fachkompetenz und ihre sympathische Art. Zwar war sie anfangs unsicher, ob ihr Rollstuhl im Bild zu sehen sein sollte, doch mittlerweile sieht sie ihn als Teil ihrer Identität.
Kottmann, die an Multipler Sklerose erkrankt ist und auf einen Rollstuhl angewiesen ist, hat sich zu einer prominenten Fürsprecherin für die Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderung entwickelt. Ihre Ernennung markiert einen Meilenstein für Inklusion im deutschen Fernsehen.
Mittlerweile moderiert sie regelmäßig die Abendnachrichten von BR24. Ihre Präsenz hinterfragt traditionelle Vorstellungen von Nachrichtensprechern und unterstreicht die Bedeutung vielfältiger Repräsentation. Die Entscheidung des Senders spiegelt ein wachsendes Engagement für Barrierefreiheit im Rundfunk wider.






