Metzinger Wählervereinigung fordert radikale Wahlreform bis 2026
Eine lokale politische Gruppe in Metzingen setzt sich für die Abschaffung des aktuellen Wahlsystems bei den Stadtratswahlen ein. Die Freie Wählervereinigung Metzingen–Neuhausen–Glems argumentiert, dass das Verfahren der unechten Teilortswahl Verwirrung stiftet und unnötigen Aufwand verursacht. Nun fordert sie die Stadt auf, bis zum kommenden Frühjahr über einen einfacheren und gerechteren Ansatz zu entscheiden.
Der Fraktionsvorsitzende der Vereinigung, Stefan Köhler, behauptet, das bestehende System entspreche nicht mehr den Bedürfnissen Metzingens. Er wies darauf hin, dass sich der Stadtkern und die umliegenden Ortsteile im Laufe der Zeit immer stärker verbunden hätten, weshalb es logisch sei, wenn Wähler ihre Kandidaten aus einer einheitlichen, stadtweiten Liste auswählen könnten. Köhler nannte zudem die hohe Zahl ungültiger Stimmzettel und den komplexen Auszählungsprozess als zentrale Gründe für eine Reform.
Martin Viebahn, der Fachgruppenleiter der Vereinigung, unterstützt den Vorschlag. Die Gruppe hat ihren Antrag offiziell beim Stadtrat eingereicht und die Verantwortlichen aufgefordert, bis zum Frühjahr 2026 einen Beschlussentwurf vorzulegen. Ihr Ziel ist es, die ortsteilbasierte Vertretung durch ein System zu ersetzen, in dem allein die Gesamtstimmenzahl pro Kandidat über die Sitzverteilung im Rat entscheidet. Die endgültige Entscheidung liegt beim Stadtrat. Bei einer Zustimmung würde die Änderung Wahlen vereinfachen und den Verwaltungsaufwand bei der Stimmenauszählung verringern.
Der Antrag liegt nun dem Metzinger Stadtrat zur Prüfung vor. Falls er angenommen wird, würden die neuen Regeln in künftigen Wahlen gelten – die Ortsbezirk-Quoten entfallen, und die Vertretung im Rat würde sich ausschließlich nach den individuellen Stimmenzahlen richten. Die Vereinigung hat in ihrem Begehren zudem eine Frist gesetzt: Die Verwaltung soll bis Anfang 2026 eine formelle Beschlussvorlage vorlegen.