Mercedes steckt in der tiefsten Krise seit Jahrzehnten – was jetzt kommt
Gerd BuchholzMercedes-Benz: Warum der Stern derzeit an Glanz verliert - Mercedes steckt in der tiefsten Krise seit Jahrzehnten – was jetzt kommt
Mercedes-Benz kämpft mit einem drastischen Rückgang bei Gewinnen und Verkäufen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 halbierten sich die Erträge des Unternehmens, während der Umsatz um 8 Prozent einbrach. Die Probleme des Stuttgarter Autokonzerns kommen trotz hochkarätiger Neuerscheinungen und des Vorstoßes in die Elektromobilität. Die Schwierigkeiten des deutschen Automobilherstellers begannen mit einem verfrühten Umstieg auf eine reine E-Strategie und der Fehleinschätzung des globalen Chipmangels. Diese Entscheidungen belasteten die Produktion und die Verkäufe in einer kritischen Phase. Gleichzeitig hat der harte Wettbewerb in China – dem größten Absatzmarkt von Mercedes – die Position des Unternehmens weiter geschwächt. Die Verkaufszahlen in China erzählen eine deutliche Sprache: 2023 brachen die Pkw-Auslieferungen um 28 Prozent auf 737.200 Einheiten ein. 2024 setzte sich der Abwärtstrend fort – mit einem weiteren Rückgang um 7 Prozent auf etwa 680.000 Fahrzeuge. Innerhalb von fünf Jahren schrumpfte der Marktanteil von Mercedes in China von 2,5 auf unter 1,8 Prozent. Lokale Konkurrenten wie BYD und Geely legten derweil kräftig zu: BYD steigerte seine Verkäufe von 430.000 Fahrzeugen im Jahr 2020 auf über 3 Millionen 2024 und hält nun 18 bis 20 Prozent des Marktes. Weltweit setzte Mercedes 2025 nur noch etwas mehr als 1,8 Millionen Fahrzeuge ab – ein Minus von 9 Prozent im Vergleich zu 2024. In China fiel der Rückgang mit 19 Prozent noch deutlicher aus. Äußere Belastungen wie die von Donald Trump verhängten US-Zölle und die hohen Lohnkosten in Deutschland verschärften die finanzielle Lage zusätzlich. Um die Talfahrt zu stoppen, hat Mercedes ein umfassendes Sparprogramm gestartet. Ziel ist es, bis 2027 wieder in die Gewinnzone zurückzukehren. Analysten zufolge wird die Zukunft des Unternehmens im Premiumsegment maßgeblich von Fortschritten bei Fahrerassistenzsystemen und autonomem Fahren abhängen. Mercedes steht nun vor einer entscheidenden Phase, in der es darum geht, wieder Tritt zu fassen. Ob es dem Konzern gelingt, seinen Premiumanspruch zu verteidigen, wird sich an den Sparmaßnahmen und der Fokussierung auf Automatisierungstechnologien zeigen. Eine Erholung wird frühestens 2027 erwartet – bis dahin läuft das Unternehmen gegen die Zeit und die Konkurrenz.