Mercedes setzt auf organische Großspeicher für 24/7-Ökostrom in Rastatt
Gerfried ThiesMercedes setzt auf organische Großspeicher für 24/7-Ökostrom in Rastatt
Mercedes-Benz bestellt Großspeicher für Rund-um-die-Uhr-Ökostrom im Werk Rastatt
Mercedes-Benz hat bei der CMBlu Energy AG ein großangelegtes Batteriesystem in Auftrag gegeben, um das Werk Rastatt künftig mit erneuerbarer Energie zu versorgen – und das rund um die Uhr. Im Rahmen des Deals wird eine 11-Megawattstunden-SolidFlow-Batterie installiert, die überschüssigen Solarstrom speichern und die Abhängigkeit vom öffentlichen Netz verringern soll. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2025 geplant.
Die SolidFlow-Batterie stellt einen Wechsel zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Lösungen dar: Statt Vanadium kommt Kohlenstoff als Speichermedium zum Einsatz. Dadurch sinken die Kosten, während die Energiedichte steigt – bei gleichzeitig kleinerer Bauweise im Vergleich zu älteren Flow-Batterie-Modellen. CMBlu bezeichnet die Technologie als "organisch", da die kohlenstoffbasierten Materialien leicht verfügbar und recycelbar sind.
Mercedes entschied sich für das System, weil es Energie für bis zu sechs Stunden speichern kann und sich die Kapazität später erweitern lässt. Die Batterie wird mit den bereits vorhandenen Solaranlagen des Werks zusammenarbeiten, um Schwankungen in der Stromversorgung auszugleichen und den Betrieb mit sauberer Energie aufrechtzuerhalten. Die Installation ist für das zweite Quartal 2025 vorgesehen.
Über Rastatt hinaus testet CMBlu seine Langzeitspeicherlösungen in Pilotprojekten in Europa und den USA. Zu den Kooperationen zählen Partnerschaften mit den Argonne- und Idaho-Nationallaboratorien sowie Versorgungsunternehmen wie der WEC Energy Group in Wisconsin und dem Salt River Project in Arizona. Ziel dieser Versuche ist es, die Zuverlässigkeit des Systems für industrielle Anwendungen und den Netzbetrieb unter Beweis zu stellen.
Das Projekt in Rastatt wird eine der ersten großen Implementierungen der kohlenstoffbasierten Flow-Batterie von CMBlu sein. Sobald sie in Betrieb ist, ermöglicht sie Mercedes die Speicherung von Überschuss-Solarstrom und reduziert die Abhängigkeit von nicht erneuerbaren Energiequellen. Dank der Skalierbarkeit des Systems bleibt zudem Spielraum für künftige Erweiterungen, falls der Energiebedarf des Werks steigt.






