Meilenstein für die Verbesserung der Patientenversorgung
Meilenstein für die Verbesserung der Patientenversorgung
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- Dezember 2025
Schlagwörter: Gesundheit und Wohlbefinden, Finanzen, Wirtschaft
Die Europäische Kommission hat Überarbeitungen der Medizinprodukteverordnung (MDR) vorgeschlagen, die Bürokratie abbauen und Meldepflichten vereinfachen sollen. Baden-Württemberg, ein zentraler Standort der Medizintechnik in Deutschland, könnte besonders von diesen Änderungen profitieren – denn sie zielen auf administrative Hürden ab, die Innovation und Marktzutritt lokaler Hersteller behindern.
Der Medizintechniksektor in Baden-Württemberg beschäftigt über 54.000 Menschen und erzielte 2023 eine Bruttowertschöpfung von rund 4,5 Milliarden Euro. Dennoch kämpfen viele kleine und mittlere Unternehmen in der Region, insbesondere in Tuttlingen, mit den aktuellen MDR-Vorgaben. Übermäßige Bürokratie hat bereits dazu geführt, dass einige Produkte vom europäischen Markt genommen werden mussten – zum Nachteil der Patienten, die auf bewährte Behandlungen angewiesen sind.
Das neu vorgestellte Gesundheitspaket der Kommission umfasst eine umfassende Reform der MDR sowie Sofortmaßnahmen zur besseren Zusammenarbeit mit benannten Stellen. Eine zentrale Neuerung ist die erweiterte Definition etablierter Technologien (WET – Well Established Technologies), die sicherstellt, dass langjährig erprobte, gut dokumentierte Produkte mit nachgewiesener Sicherheit weiterhin verfügbar bleiben. Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut begrüßte die Reformen als „wichtigen Schritt zur Entlastung kleinerer Unternehmen“. Gleichzeitig äußerte sie die Hoffnung, dass die Maßnahmen Hersteller im Land halten und ihre hochwertigen, innovativen Produkte auf dem Markt sichern werden. Zwar werden in den Vorschlägen keine konkreten Unternehmen aus Tuttlingen genannt, doch die Reformen dürften die gesamte Branche entlasten – darunter auch Firmen wie KLS Martin, die sich bereits in früheren MDR-Diskussionen engagiert haben.
Die überarbeiteten MDR-Regeln sollen unnötigen Papierkram reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit der Medizintechnikbranche stärken. Bei Umsetzung könnten sie weitere Produktrückzüge verhindern und Baden-Württembergs Position als führender Medizintechnik-Standort festigen. Die Hersteller im Land warten nun auf eine engere Abstimmung mit den benannten Stellen, um zügigere Zertifizierungsverfahren zu ermöglichen.