22 January 2026, 05:00

Markus Söder muss 2026 vor Stockachers legendärem Narrengericht erscheinen

Ein Vintage-Plakat bewirbt das Eidgen Schützenfest in Frauenfeld, Deutschland, mit einem Mann im Anzug und einer Frau im Kleid nebeneinanderstehend und mit Veranstaltungstext darauf.

Stockacher Narren: Verrückte Nachfrage nach Eintrittskarten für Söder-Prozess - Markus Söder muss 2026 vor Stockachers legendärem Narrengericht erscheinen

Das Stockacher Narrengericht: 675 Jahre alte Fastnachtsradition stellt 2026 Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vor Gericht

Das Stockacher Narrengericht, eine 675 Jahre alte satirische Fastnachtstradition, wird im Jahr 2026 Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder vor sein scheinbares Tribunal zitieren. Die Veranstaltung, berühmt für ihren scharfen Humor und persiflierte Gerichtsverhandlungen, hat bereits Prominente wie Angela Merkel auf die Anklagebank geholt. Die Tickets für das Spektakel waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft – ein Andrang, der an den Vorverkauf eines Großkonzerts erinnert.

Die Verhandlung findet am Schmotzigen Dunschtig, dem Donnerstag vor dem Rosenmontag (29. Januar 2026), im Stockacher Narrenhof statt. Faschingssheriff Uwe Ochsenkühn wird den Vorsitz führen; die Übertragung erfolgt am selben Abend im SWR-Fernsehen. Söder ist erst der zweite amtierende bayerische Ministerpräsident, der vor dem Narrengericht erscheint – nach Franz Josef Strauß, der 1979 dort „angeklagt“ wurde.

Die diesjährige Ausgabe fällt mit dem 450. Jubiläum der Stockacher Fastnachtsfeiern zusammen. Die Organisatoren haben ein besonderes historisches Narrenschema (Narrenprogramm), Gastauftritte der Gästnarren aus Überlingen sowie einen erweiterten Umzug der Figurentänzer (Kostümgruppen) geplant. Der Ruf des Narrengerichts als politisch-satirisches Highlight der schwäbisch-alemannischen Fastnacht ist seit Langem gefestigt. Zu den früheren „Angeklagten“ zählte auch Altkanzlerin Angela Merkel, die während ihrer Amtszeit die spöttischen Vorwürfe des Gerichts über sich ergehen lassen musste. Die Tradition des Narrengerichts reicht bis ins Jahr 1351 zurück und verbindet mittelalterliche Scheinprozesse mit modernem Fastnachtsrummel.

Söders Auftritt führt die lange Praxis fort, Spitzenpolitiker mit augenzwinkernder Kritik zu bedenken. Der ausverkaufte Event unterstreicht die ungebrochene Beliebtheit der Mischung aus regionalem Brauchtum und zeitgenössischer Satire. Die Ausstrahlung im SWR wird das Spektakel einem breiten Publikum in Südwestdeutschland näherbringen.