04 February 2026, 22:58

Mannheim diskutiert Schutzlücken beim neuen Gewaltschutzgesetz für Frauen

Eine Frau in einem roten Shirt und schwarzer Jacke lächelt vor einem Schild, auf dem "Gesetz gegen Gewalt an Frauen" steht, mit einer Wand, Säulen und anderen Gegenständen im Hintergrund.

Mannheim diskutiert Schutzlücken beim neuen Gewaltschutzgesetz für Frauen

Mannheim diskutiert Umsetzung des neuen Gewaltschutzgesetzes

In Mannheim fand kürzlich eine Fachkonferenz zum neuen deutschen Gewaltschutzgesetz statt. Die am 16. Januar abgehaltene Veranstaltung brachte Expertinnen und Experten zusammen, um über die praktische Umsetzung des Gesetzes zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen dabei die Unterstützung besonders schutzbedürftiger Gruppen sowie der Ausbau wirksamer Schutzsysteme für Betroffene von Gewalt.

Eröffnet wurde die Konferenz mit einem Überblicksvortrag von Dr. Marie-Luise Löffler, die die zentralen Ziele, Regelungen und anstehenden Herausforderungen des Gesetzes erläuterte. Ein zentraler Punkt war dabei der Aufbau verlässlicher, bundesweiter Hilfsnetzwerke für Menschen, die von häuslicher oder geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind.

Angela Müller-Schreckenberger präsentierte anschließend den aktuellen Stand der Umsetzung auf Landesebene. Bis Ende 2023 seien im Rahmen des neuen Gesetzes 115 Frauenhäuser neu eingerichtet oder ausgebaut worden. Zudem entstanden 402 spezialisierte Beratungsstellen für Frauen, die von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind.

Zahra Deilami, die kommunale Gleichstellungsbeauftragte Mannheims, betonte die historische Bedeutung des Gesetzes. Es handele sich um einen "grundlegenden Wandel" im Umgang mit häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. In den Diskussionen wurde zudem hervorgehoben, wie wichtig es ist, Täterarbeit als Teil eines wirksamen Opferschutzes zu verankern.

Besondere Aufmerksamkeit galt besonders vulnerablen Gruppen wie Frauen mit Behinderungen, geflüchteten Frauen und wohnungslosen Frauen. Die Teilnehmenden erarbeiteten konkrete Handlungsbedarfe und Maßnahmen, die speziell auf Mannheim zugeschnitten sind. Deilami erklärte im Anschluss, die Debatten hätten "wichtige Impulse" für die lokale Umsetzung des Gesetzes geliefert.

Das Gewaltschutzgesetz, das bis 2032 vollumfänglich in Kraft treten soll, garantiert ein einklagbares Recht auf Schutz und professionelle Beratung für Frauen und Kinder. Zudem schreibt es den Aufbau langfristiger Unterstützungsstrukturen vor – darunter sichere Zufluchtsorte, Beratungsangebote und präventive Maßnahmen.

Die Mannheimer Konferenz markierte einen wichtigen Schritt bei der Vorbereitung auf die vollständige Einführung des Gesetzes. Bis 2032 soll es verbindliche Ansprüche auf Schutz und Hilfe für Betroffene sichern. Nun gilt es, auf lokaler und nationaler Ebene die notwendigen Strukturen zu schaffen, um diese Vorgaben zu erfüllen.