11 January 2026, 18:41

Mainzer Karnevalsgesellschaft startet mit neuem Vorsitzenden durch

Ein Vintage-Plakat, das ein Karnevalsfest in Banche, Frankreich, ankündigt und Illustrationen von Menschen, Gebäuden und Text enthält.

Mainzer Karnevalsgesellschaft startet mit neuem Vorsitzenden durch

Traditionsreiche Mainzer Karnevalsgesellschaft wählt neuen Vorsitzenden nach unsicherer Phase

Die Närrische Stammtischrunde Allerscheenste, bekannt für ihren scharfen Witz und ihre tiefen Wurzeln in der lokalen Tradition, hat nach einer Phase der Unsicherheit einen neuen Vorsitzenden gewählt. Die Gesellschaft, die 2025 aufgrund schwindender Mitgliederzahlen ihre Aktivitäten pausieren musste, wird nun von dem 60-jährigen Holger Bartz geleitet, der für 2027 einen Neuanfang verspricht.

Die Allerscheenste wurde 1986 von langjährigen Mainzer Bürgern gegründet, die den Geist der Fastnacht in der Stadt bewahren wollten. Ihre Sitzungen im rustikalen Gewölbe des Augustinerkellers in der Altstadt wurden berühmt für ihren unzensierten Humor und den dicken lokalen Dialekt. Jahrzehntelang blühte die Gruppe auf und führte 1996 sogar den Aller-Allerscheenste-Preis ein, mit dem herausragende Persönlichkeiten des Mainzer Karnevals geehrt werden.

Karin Junker stand der Gesellschaft 14 Jahre lang vor, bevor sie 2026 zurücktrat. Unter ihrer Führung sah sich die Gruppe mit Herausforderungen konfrontiert, darunter ein Rückgang der aktiven Teilnehmer. 2025 kündigte die Allerscheenste eine unbestimmte Pause an und sagte alle Sitzungen für 2026 ab. Die Mitgliedschaft, die lediglich 1,11 Euro im Monat kostet, verlangt regelmäßige Teilnahme an den alle drei Wochen stattfindenden Treffen – eine Verpflichtung, die manche nicht aufrechterhalten konnten.

Holger Bartz, seit 2019 Mitglied der Gruppe, übernimmt nun das Ruder. Er hat versprochen, die Tradition wiederzubeleben und plant, die Sitzungen zur Karnevalssaison 2027 wieder aufnehmen. Das Symbol der Gruppe, ein Clown, bleibt ein Verweis auf ihre spielerischen, aber auch rebellischen Ursprünge. Die Redner bei ihren Veranstaltungen traten stets unentgeltlich auf – im Mittelpunkt stand stets die Leidenschaft, nicht der Profit.

Unter Bartz’ Führung wird die Allerscheenste 2027 zurückkehren und damit eine zweijährige Pause beenden. Die Zukunft der Gesellschaft hängt davon ab, neue Mitglieder zu gewinnen, die bereit sind, sich auf die lebhaften, dialektlastigen Sitzungen einzulassen. Bis dahin wartet das Gewölbe des Augustinerkellers auf das Gelächter und den Trubel, die einst diesen Teil des Mainzer Karnevals prägten.