17 January 2026, 23:58

Mainz feiert mit strengen Regeln und 9.000 Jecken den Start in den Karneval 2025

Ein Konzertplakat mit Text, der ein Ereignis in München, Deutschland, ankündigt.

Mainz feiert mit strengen Regeln und 9.000 Jecken den Start in den Karneval 2025

Mainz startet mit schwungvollem Auftakt in die Karnevalssaison 2025

Am 11. November eröffnete Mainz mit einer ausgelassenen Feier auf dem Schillerplatz die neue Karnevalssaison 2025. Punkt 11:11 Uhr versammelten sich 9.000 Jecken auf dem Platz, um den Beginn der Faschingstage zu begehen. Die Veranstaltung verband Tradition mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen – erstmals führten die Organisatoren strenge Besucherkontrollen ein.

Der Auftakt begann mit einer Ansprache von Oberbürgermeister Nino Haase, der vom Balkon des Osteiner Hofs aus zu den Feiernden sprach. Er rief zu Frieden in einer von Krieg und Spaltung geprägten Welt auf, bevor er die Karnevalssaison 2025 offiziell eröffnete. Der Zugang zum Balkon blieb jedoch auf eine Handvoll Journalisten beschränkt – eine Entscheidung, die bei einigen Besuchern auf Unverständnis stieß.

Die Sicherheitsmaßnahmen waren streng: Rund um den Schillerplatz galt ein Messerverbot, das laut Polizei nur einmal verletzt wurde. Trotz der Kontrollen blieb die Stimmung ausgelassen und weitgehend friedlich. Die Beamten registrierten im Laufe des Tages zehn Straftaten, meist Beleidigungen und leichte Körperverletzungen. Ein Demonstrant fiel besonders auf, als er "Fastnacht für alle!" skandierte – eine Anspielung auf das neue Ticket-System für den Zutritt. Der Mainzer Carneval-Verein (MCV) verteidigte die Änderungen mit Verweis auf steigende Kosten und strengere Sicherheitsauflagen. Die Teilnehmerzahl wurde auf 9.000 begrenzt, was bei langjährigen Karnevalsfans auf Kritik stieß.

Die diesjährigen Feierlichkeiten markierten zugleich das 77-jährige Bestehen der Mainzer Narrenklubs, ausgerichtet von der Gruppe Rote Funken. Gleichzeitig jährte sich zum 200. Mal die Gründung der Hellige Knäächte un Mägde, einer traditionellen Tanzgruppe. Während der regionale Sender SWR in diesem Jahr auf Karnevalsübertragungen verzichtete, zeigte der WDR die Eröffnungssitzung aus Köln live.

Der 11. November hat in Mainz als gesetzlicher Feiertag eine besondere Bedeutung. Der Tag steht für die zentralen Werte des Karnevals: Meinungsfreiheit, die Verspottung von Autoritäten und die Gleichheit aller Teilnehmer.

Die Veranstaltung endete ohne größere Zwischenfälle, doch die neuen Sicherheitsvorkehrungen hinterließen bei manchen Besuchern ein ungutes Gefühl. Die Polizei bestätigte eine lebhafte, aber kontrollierte Atmosphäre mit nur geringfügigen Störungen. Die Ticketpflicht und die Besucherobergrenze des MCV dürften auch in den kommenden Wochen weiter für Diskussionen sorgen.