28 April 2026, 04:28

Machtkampf im Autogewerbe: VDA und ZDK liefern sich erbitterten Streit um Geld und Einfluss

Großes BMW-Hauptquartier-Gebäude mit Glaswänden in Frankfurt, Deutschland, mit Text an der Fassade, Menschen, die auf der Straße vor dem Gebäude gehen, und einem Baum links.

Machtkampf im Autogewerbe: VDA und ZDK liefern sich erbitterten Streit um Geld und Einfluss

Die Spannungen zwischen dem Verband der Automobilindustrie (VDA) und dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) haben sich dramatisch zugespitzt. Eine kürzliche Überarbeitung der VDA-Satzung hat Vorwürfe gezielter finanzieller Druckausübung ausgelöst – der ZDK wirft dem VDA vor, 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge einbehalten zu wollen, was ein Funktionär als Versuch bezeichnete, die Organisation "auszuhungern".

Die im späten Januar beschlossenen Reformen stellen einen deutlichen Bruch mit bisherigen Gepflogenheiten dar. Der VDA hat gemeinsame Personalstrukturen in den Führungsgremien abgeschafft und eine strikte Trennung vom ZDK durchgesetzt. Bisher verfügte der ZDK über drei garantierte Sitze sowie ein Vizepräsidium, doch die neuen Regeln reduzieren dies auf einen einzigen empfohlenen Posten aus dem Handwerksbereich.

Die Änderungen sehen zudem direkte Mitgliedschaftswege für Werkstätten vor, die sich nun unmittelbar der VDA-Zentrale in Bonn anschließen können. Dies soll verhindern, dass Innungsbetriebe isoliert werden, falls sich ihre Landesverbände zurückziehen. Der VDA betont, die Reformen würden die Transparenz erhöhen und die realen Gegebenheiten der Branche besser abbilden.

Als Reaktion plant der VDA, seine Präsenz in Schlüsseregionen wie Bayern und Nordrhein-Westfalen auszubauen. Funktionäre wollen mit markengebundenen Autohäusern zusammenkommen, um die Gründe und möglichen Folgen eines Austritts aus dem Verband zu erläutern. Personalentscheidungen werden künftig durch demokratische Abstimmungen in der Mitgliederversammlung getroffen, wobei die Kandidaten nach den Interessen des Sektors ausgewählt werden.

Trotz des Konflikts hält der VDA die Tür für eine Zusammenarbeit offen. Eine Rückkehr zu konstruktiver Kooperation bleibe möglich – allerdings nur, wenn der ZDK die neuen Strukturen akzeptiere und die politische Gestaltungshoheit der Bonner Zentrale anerkenne.

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Im Kern geht es in dem Streit um finanzielle Kontrolle, Governance und die künftige Ausrichtung der Automobilbranche. Die VDA-Reformen haben die Mitgliedschaftsregeln und Entscheidungsprozesse neu geordnet, während der ZDK unter Anpassungsdruck gerät oder weitere Marginalisierung riskiert. Beide Seiten warten nun auf die nächsten Schritte in einem Konflikt, der die Interessenvertretung der Branche neu prägen könnte.

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