Lüneburger Bäckerei tauft Amerikaner in Grönländer um – und löst Debatte aus
Hans-Josef BeckmannLüneburger Bäckerei-Idee: "Grönländer" statt "Amerikaner" - Lüneburger Bäckerei tauft Amerikaner in Grönländer um – und löst Debatte aus
Eine Bäckerei in Lüneburg sorgt bundesweit für Aufsehen, indem sie ein beliebtes Gebäck umtauft
Die runden Süßspeisen, einst als Amerikaner bekannt, firmieren auf den Kassenbons nun als Grönländer – eine spielerische Anspielung auf die US-Pläne, Grönland kaufen zu wollen. Die Kunden erhalten zwar nach wie vor dasselbe Gebäck, doch der neue Name verwandelt einen einfachen Snack in eine politische Aussage.
Hinter der Idee steht die Bäckerei De Heidbäcker GmbH, deren Geschäftsführer Jannik Harms Bäckereien als Orte sieht, an denen Leben und Politik aufeinandertreffen. Die Umbenennung stößt bei Einheimischen auf Zustimmung und hat sogar internationale Aufmerksamkeit erregt: Eine Frau aus Prag schrieb extra eine E-Mail, um das Vorhaben zu loben.
Den Anstoß gab die angebliche Absicht des damaligen US-Präsidenten Donald Trump, Grönland zu erwerben. Statt den traditionellen Namen beizubehalten, taufte die Bäckerei die Teilchen um – zumindest auf dem Papier. Auf den Bon steht nun Grönländer, während sich am Gebäck selbst nichts geändert hat.
Der aktuelle Vorrat bleibt noch einige Wochen im Verkauf. Wenn die Bestände aufgebraucht sind, kehren die Teilchen im Herbst unter dem neuen Namen zurück – vorausgesetzt, die Debatte um die USA und Grönland hält an. Vor dem Laden wirbt ein Schild mit der Aufschrift Make cake not war für die Haltung der Bäckerei.
Die Kunden in Lüneburg begrüßen die Änderung und sehen darin oft eine Solidaritätsbekundung mit Dänemark und Europa. Die Reaktionen fallen überwiegend positiv aus und reichen weit über die Stadtgrenzen hinaus. Manche halten die Umbenennung für einen schlauen Marketingcoup, andere schätzen die politische Geste. Die Bäckerei selbst betrachtet die Aktion als kostenlose Publicity, die aus einem humorvollen Protest eine landesweite Schlagzeile macht.
Die Herkunft des Namens Amerikaner war schon immer rätselhaft. Manche Theorien führen ihn auf ein in der Backkunst verwendetes Triebmittel zurück, andere vergleichen seine Form mit dem Helm eines Soldaten. Nun fügt die vorübergehende Umbenennung eine weitere Facette zu seiner Geschichte hinzu – diesmal verbunden mit aktuellen Ereignissen statt alten Legenden.
Die Grönländer-Teilchen bleiben vorerst in Lüneburg erhältlich, ihre vollständige Rückkehr ist für den Herbst geplant. Die Entscheidung der Bäckerei hat bereits breites Interesse geweckt und verbindet auf charmante Weise Humor mit einer subtilen politischen Botschaft. Für die Kunden bietet der neue Name eine kleine, aber spürbare Möglichkeit, sich an globalen Diskussionen zu beteiligen – Stück für Stück.






