23 May 2026, 20:21

Luftfahrtbranche in der Krise: Kerosinpreise und Steuern treiben Airlines in den Ruin

Dreifacher Schlag trifft die Luftfahrtindustrie

Luftfahrtbranche in der Krise: Kerosinpreise und Steuern treiben Airlines in den Ruin

Die globale Luftfahrtbranche steht unter massivem Druck: Explodierende Kerosinpreise, steigende Steuern und wirtschaftliche Unsicherheit bringen Airlines an den Rand des Ruins. Seit Dezember haben sich die Treibstoffkosten mehr als verdoppelt und machen nun 20 bis 30 Prozent der Betriebsausgaben der Fluggesellschaften aus. Die Krise hat bereits eine große Airline in die Insolvenz getrieben, während andere Strecken streichen und Stellen abbauen, um zu überleben.

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Der Zusammenbruch von Spirit Airlines markierte einen Wendepunkt in der Krise. Die US-amerikanische Billigfluggesellschaft, die 172 Airbus-Maschinen betrieb, stellte am 2. Mai 2023 nach 62 Jahren den Flugbetrieb ein. Nun droht auch Wizz Air, Europas drittgrößter Low-Cost-Carrier, ein ähnliches Schicksal, falls die Spannungen im Nahen Osten die Treibstoffversorgung weiter beeinträchtigen.

Europäische Großairlines ergreifen drastische Maßnahmen, um sich über Wasser zu halten. Die Lufthansa streicht bis Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge – eine Maßnahme, die 40.000 Tonnen Kerosin einsparen soll. Gleichzeitig haben Ryanair und EasyJet weniger rentable Touristenrouten gestrichen, um Verluste zu begrenzen. Die Folgen der Krise reichen weit über die Airlines hinaus: Allein in Deutschlands Luftfahrtsektor sind rund 10.000 Arbeitsplätze gefährdet.

Auch die staatliche Politik verschärft die Lage. Im Mai 2024 erhöhte Deutschland die Luftverkehrsteuer (LuftVSt) um 19,4 Prozent – obwohl die Branche sich noch immer von den Pandemie-Verlusten erholt. Zwar stiegen die Passagierzahlen an deutschen Flughäfen 2025 auf 219,8 Millionen, doch das liegt immer noch 12,4 Prozent unter dem Rekordwert von 2019. Auf der Berliner Luftfahrtschau (ILA) im Juni wird Friedrich Merz die „Nationale Luftfahrtstrategie“ vorstellen, doch Experten zweifeln daran, dass sie die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland wiederherstellen kann.

Die Branche kämpft mit einer dreifachen Belastung: Rekordhohe Spritpreise, höhere Ticketsteuern und schwache Konjunktur. Die Airlines reagieren mit Flugstreichungen, Streckenstilllegungen und Personalabbau. Ohne grundlegende Veränderungen zeichnen sich in den kommenden Monaten weitere Pleiten und Jobverluste ab.

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