Lörrach investiert 182.500 Euro in lebendige Demokratiegeschichte und Bildung
Hans-Josef BeckmannLörrach investiert 182.500 Euro in lebendige Demokratiegeschichte und Bildung
Lörrach hat für 2026 Fördergelder in Höhe von 182.500 Euro eingeworben, um die demokratische Bildung und die historische Erinnerungskultur zu stärken. Das Geld fließt in verschiedene Projekte – von einem Graphic Novel über die Revolution von 1848 bis hin zu einer großen Feier zum Tag der Demokratie. Die Veranstalter wollen lokale Geschichte besonders für jüngere Zielgruppen lebendig und ansprechend gestalten.
Die Initiativen sind Teil einer bundesweiten Kampagne der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, einer vom Bund getragenen Einrichtung, die bedeutende Schauplätze der deutschen Demokratiegeschichte bewahrt. Zu den jüngsten Vorhaben zählt der erste bundesweite Tag der Demokratiegeschichte im März 2026, der von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterstützt wird.
Der größte Teil der Fördersumme – 95.000 Euro – entfällt auf den Lörracher Demokratietag am 2. Oktober. Das Programm umfasst eine Gala für alle und die Lange Nacht der Demokratie mit Workshops, Diskussionen und kulturellen Angeboten. Zudem findet am 19. September eine zentrale Aktionsveranstaltung rund um das Alte Rathaus statt, die lokale Gruppen und Schulen zusammenbringt.
Weitere 63.500 Euro fließen in die Modernisierung der Dauerausstellung im Dreiländermuseum. Die Überarbeitung soll die demokratiegeschichtlichen Inhalte erweitern und durch interaktive Elemente für Besucherinnen und Besucher attraktiver gestalten. Mit 24.000 Euro wird zudem ein Graphic Novel über die Lörracher Revolution von 1848 gefördert, der komplexe historische Zusammenhänge jugendgerecht aufbereitet. Die Veröffentlichung ist für den Herbst 2026 geplant.
Eine neue Diskussionsreihe, die Struve-Gespräche, wird ins Leben gerufen, um Themen wie Freiheit, Wohlstand und demokratische Werte zu erörtern. Benannt nach den Revolutionären Friedrich Hecker und Gustav von Struve, bringt die Reihe Expertinnen und Experten sowie Bürgerinnen und Bürger in offenen Debatten zusammen.
Die Projekte stehen im Einklang mit der Arbeit der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, die sich der Bewahrung und Vermittlung von Stätten der deutschen Demokratiegeschichte widmet. Im März 2026 organisierte die Stiftung den ersten Tag der Demokratiegeschichte mit über 250 Veranstaltungen in ganz Deutschland – von Konstanz bis Aachen und von Hamburg bis Leipzig. Beteiligt waren historische Orte wie das Hambacher Schloss und Weimar, aber auch neuere Stätten wie der MDR in Leipzig, der am 19. März als Demokratieort anerkannt wurde. Gefördert wurden zudem ein Film- und Diskussionsabend in Bersenbrück (Landkreis Osnabrück) sowie Bildungsprogramme auf dem Friedhof der Märzgefallenen in Berlin.
Die Fördergelder werden Lörrachs demokratische Geschichte durch Ausstellungen, Diskussionen und kreative Formate erlebbar machen. Der Graphic Novel, die Museumsneugestaltung und die Veranstaltungen zum Demokratietag richten sich an ein breites Publikum – von Schülerinnen und Schülern bis zu langjährigen Bürgerinnen und Bürgern. Mit Unterstützung der Bundesstiftung werden so lokale Erzählungen mit der übergreifenden demokratischen Tradition Deutschlands verknüpft.






