Linksextremisten zerstören Heidelberger Schwangerschaftsberatungsstelle mit Farbanschlag
Brigitta SchülerLinksextremisten zerstören Heidelberger Schwangerschaftsberatungsstelle mit Farbanschlag
Schwangerschaftsberatungsstelle in Heidelberg von mutmaßlichen Linksextremisten verwüstet
Eine Schwangerschaftsberatungsstelle in Heidelberg ist bei einem mutmaßlich von linksextremistischen Tätern verübten Anschlag schwer beschädigt worden. Der Vorfall, bei dem ein Schaden in Höhe von zehntausenden Euro entstand, reiht sich in eine Serie ähnlicher Angriffe auf solche Einrichtungen in ganz Deutschland ein.
Die Geschäftsführerin der Beratungsstelle schätzt die Reparaturkosten mittlerweile auf mindestens 25.000 Euro. Die Ermittlungen laufen, bisher gibt es jedoch keine Spur zu den Tätern.
Der Angriff ereignete sich kurz nach Mitternacht; die Schäden wurden am folgenden Morgen entdeckt. Unbekannte beschmierten die Fassade und den Briefkasten des Gebäudes mit Graffiti und sprühten den Slogan "Nieder mit dem Patriarchat" an die Wände.
In nahegelegenen Briefkästen wurde zudem ein Bekennerschreiben gefunden. Darin heißt es, die "Selbstbestimmung über den eigenen Körper" dürfe nicht durch "religiöse, manipulative Gruppen" eingeschränkt werden. Die Polizei konnte bisher kein klares politisches Motiv feststellen, und es gibt keine konkreten Verdächtigen.
Der Vorfall passt in eine Reihe von Anschlägen auf Schwangerschaftsberatungsstellen in den letzten Jahren. Organisationen wie Pro Femina, die AWO, Donum Vitae und die Christdemokraten für das Leben (CDL) meldeten wiederholt zerschlagene Scheiben, Schmierereien und sogar Brandstiftungsversuche. Typische Reaktionen darauf sind Anzeigen bei der Polizei, verschärfte Sicherheitsvorkehrungen und öffentliche Appelle zur Deeskalation.
Seit 2019 haben Farbanschläge allein kumulierte Schäden von rund 100.000 Euro verursacht. Trotz der Bedrohungen arbeiten die Beratungsstellen weiter, um Frauen in ungewollten oder konfliktreichen Schwangerschaften zu unterstützen. Die Heidelberger Einrichtung bittet nun um Spenden, um die Reparaturen finanzieren zu können.
Die Beratungsstelle bleibt während der Instandsetzungsarbeiten geöffnet. Die Ermittler suchen weiterhin nach Hinweisen, bisher gab es jedoch keine Festnahmen. Aufgrund ähnlicher Angriffe auf andere Beratungsangebote wurden bundesweit die Sicherheitsmaßnahmen erhöht.






