04 April 2026, 00:36

Laupheims Baumschutzsatzung spaltet Politik: Klimaschutz oder Bürokratieabbau?

Ein Baum mit saftig gr├╝nen Bl├Ąttern steht an der Seite eines Gehwegs, umgeben von Gras, Masten, Fahrzeugen auf der Stra├če, Geb├Ąuden und einem klaren blauen Himmel.

Laupheims Baumschutzsatzung spaltet Politik: Klimaschutz oder Bürokratieabbau?

Eine Debatte über die Baumschutzsatzung von Laupheim aus dem Jahr 1991 spaltet die lokale Politik. Die CDU-Fraktion will die Regelung abschaffen, da sie veraltet sei und die städtische Entwicklung behindere. Gegner halten die Verordnung hingegen für unverzichtbar – sowohl für den Klimaschutz als auch zur Kühlung der Stadt bei Hitzeperioden.

Zwischen 2020 und 2025 wurden über 1.200 Bäume gefällt, wobei der Großteil der Rodungen mit Bauprojekten zusammenhing. Nun muss der Stadtrat entscheiden, ob das Gesetz beibehalten oder durch ein groß angelegtes Pflanzprogramm ersetzt wird.

Der CDU-Vorschlag zur Abschaffung der Satzung zielt darauf ab, bürokratische Hürden abzubauen und das Wachstum zu fördern. Achim Schick (CDU) argumentiert, die Streichung der Regelung verringere den Verwaltungsaufwand, während der Artenschutz durch Neupflanzungen weiterhin gewährleistet bleibe. Sein Parteikollege Martin Klotz bezeichnete die aktuelle Verordnung gar als 'baumtötende Satzung', die mehr Schaden als Nutzen bringe.

Unterstützung für die Abschaffung kommt auch von Martha Heller (AfD) und Florian Bochtler (Freie Liste). Sie fordern, dass Bürger selbst entscheiden dürfen, welche Bäume auf ihrem Grundstück gefällt werden. Peter Fritzenschaft (Freie Wähler) stimmt dem prinzipiell zu, schlägt jedoch vor, die Abstimmung zu teilen: einmal über die Aufhebung der Satzung, einmal über den CDU-Plan, in den nächsten zehn Jahren 1.000 kommunale Bäume zu pflanzen.

Der Widerstand gegen die Abschaffung ist groß. Erste Bürgermeisterin Eva-Britta Wind betont, die Satzung trage zur Abkühlung der Stadt bei, bekämpfe den Klimawandel und bewahre Laupheims grünes Gesicht. Martina Miller (SPD) unterstützt diese Position und erklärt, der Hitzeschutz müsse Priorität haben und alle Planungsentscheidungen prägen. Mario Fischer und Yvonne Mayer (Offene Liste) warnen, die Streichung des Gesetzes würde die urbane Hitze verschärfen und die Kosten für Neupflanzungen auf die Steuerzahler abwälzen.

Die Daten zeigen: Zwischen 2020 und 2025 wurden 1.247 Bäume gefällt, davon 682 direkt wegen Bauvorhaben. Von 464 Fällanträgen wurden 83 Prozent genehmigt – fast 60 Prozent für Bauarbeiten. Kritiker sehen darin den Beweis, dass die Satzung bereits ausreichend flexibel sei, während Befürworter argumentieren, sie verhindere übermäßige Verluste.

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Nun steht der Stadtrat vor der Wahl: Entweder die bestehenden Schutzregeln beibehalten oder dem CDU-Plan zustimmen, die Satzung abzuschaffen und stattdessen zu pflanzen. Fällt die Verordnung, sollen innerhalb von zehn Jahren 1.000 neue Bäume auf öffentlichem Grund entstehen. Doch Gegner warnen, dies könne den Verlust alter Baumbestände und die steigenden Kosten für die Bewältigung urbaner Hitze nicht ausgleichen.

AKTUALISIERUNG

City Announces Revised Tree Protection Ordinance

Laupheim has officially announced a revised Baumschutzverordnung on 23 January 2026, confirming the CDU proposal advanced to legal changes. The new regulations include:

  • Stricter tree protection rules for urban areas.
  • Mandatory replacement plantings for removed trees.
  • Maintenance measures to ensure long-term canopy health.