09 February 2026, 15:17

Landtagswahlen 2026: Wie die AfD Deutschlands politische Machtverhältnisse durcheinanderwirbelt

Eine 19. Jahrhundert-Karte von Deutschland, die politische Teilungen zeigt, mit beschreibendem Text oben und unten.

Landtagswahlen 2026: Wie die AfD Deutschlands politische Machtverhältnisse durcheinanderwirbelt

Fünf deutsche Bundesländer, darunter Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, wählen 2026 neue Landtage – und die Abstimmungen könnten die politische Landschaft Deutschlands grundlegend verändern. Besonders die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) dürfte an Einfluss gewinnen. In Baden-Württemberg könnte zudem eine Ära zu Ende gehen: Der langjährige grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der seit 16 Jahren im Amt ist, wird nicht erneut kandidieren.

In Baden-Württemberg liegt laut aktuellen Umfragen ein enges Rennen zwischen Grünen und CDU vor. Die AfD hingegen könnte ihr Ergebnis von 2021 verdoppeln – damals war sie von stärkster Oppositionskraft zur kleinsten Fraktion im Landtag abgeschmolzen. Die Unterstützung für die Partei variiert stark: Während sie in Pforzheim auf 15,8 Prozent kommt, liegt sie im Stuttgarter Wahlkreis I bei nur 3,3 Prozent. Besonders in ländlichen Regionen wächst die Zustimmung, angetrieben von Forderungen nach schärferen Asylregeln und strengeren Grenzkontrollen.

Kretschmann, der erste grüne Ministerpräsident in der Geschichte Deutschlands, zieht sich nach 16 Jahren zurück. Als sein möglicher Nachfolger gilt Cem Özdemir, ein weiterer prominenter Grüner. Der Aufstieg der AfD setzt die etablierten Parteien unter Druck, sich stärker mit regionalen Themen zu befassen – von Wirtschaftspolitik bis Sozialleistungen.

In Rheinland-Pfalz deutet alles auf einen Sieg der CDU hin, während die AfD ihren Einfluss deutlich ausbauen könnte. Politikanalysten sehen in den erwarteten AfD-Erfolgen weniger eine direkte Zustimmung zu ihren Inhalten als vielmehr ein Zeichen für Unzufriedenheit mit der Bundespolitik. Sollte die Partei an Boden gewinnen, könnte sie im Bundesrat Mehrheiten blockieren und die politischen Gräben vertiefen.

Beobachter betonen, dass es konkrete Antworten auf den AfD-Zulauf braucht. Diskutiert werden stärkere Landesprogramme in Sozial- und Wirtschaftspolitik, mehr Druck auf Berlin sowie die Ablehnung der Vorstellung, dass Sozialausgaben und Verteidigungshaushalten gegeneinander ausgespielt werden müssten.

Die Wahlen 2026 werden eine Nagelprobe für das politische Gleichgewicht Deutschlands. Zwar wird die AfD vorerst wohl nicht in Regierungsverantwortung kommen, doch ihre Gewinne könnten die Entscheidungsfindung im Bundesrat erschweren. Die Ergebnisse werden auch zeigen, ob Baden-Württemberg unter grüner Führung bleibt – oder ob das Land mit einem neuen Ministerpräsidenten eine andere Richtung einschlägt.