Koblenz feiert einzigartigen Kultur-Gottesdienst zwischen Kunst und Philosophie
Gerd BuchholzKoblenz feiert einzigartigen Kultur-Gottesdienst zwischen Kunst und Philosophie
Ein einzigartiger Kultur-Gottesdienst in Koblenz verband Kunst, Musik und Reflexion über das menschliche Dasein
Im Rahmen des Aschermittwochs der Künstler 2026 fand in Koblenz eine ungewöhnliche Veranstaltung statt, die Kunst, Musik und die Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz vereinte. Im Mittelpunkt standen eine zum Nachdenken anregende Installation der Künstlerin Barbara Gröbl sowie ein Vortrag von Professor Wolf-Andreas Liebert über die Rolle der Kreativität in der Gesellschaft. Lokale Vertreter aus Kirche und Kunstszene gestalteten gemeinsam diesen außergewöhnlichen Abend.
Die Feierlichkeit fand in der Herz-Jesu-Kirche statt, wo Barbara Gröbls Installation Mensch die Widersprüchlichkeit der menschlichen Natur thematisierte. Das Werk, das sich inhaltlich auf den biblischen Sündenfall bezieht, lotet die Dualität des Menschen aus – zwischen Schöpfung und Vergänglichkeit. Die Installation bleibt bis Sonntag, den 15. März 2026, für die Öffentlichkeit zugänglich.
Superintendent Rolf Stahl von der Evangelischen Kirche und Dekan Thomas Darscheid von der Katholischen Kirche leiteten die Zeremonie gemeinsam. Organist Joachim Aßmann begleitete die Veranstaltung mit einem Spiel auf der Kirchenorgel.
Im Anschluss an den Gottesdienst zog das Publikum weiter ins Künstlerhaus Metternich, wo die Eröffnung einer Ausstellung des Bundes Bildender Künstler Mittelrhein (BBK Mittelrhein) stattfand. Professor Wolf-Andreas Liebert von der Universität Koblenz hielt einen Vortrag über das Wortspiel ersöchpferisch – eine Verbindung aus erschöpft (erschöpft) und schöpferisch (kreativ). Darin kritisierte er, wie Macht und Konsum oft tiefere gesellschaftliche Werte überlagern.
Die Veranstaltung zog Parallelen zu klassischen Werken wie Michelangelos Erschaffung Adams, Goethes Faust und Camus' Der Mythos des Sisyphos, die allesamt die menschliche Kreativität angesichts existenzieller Grenzen erkunden. Lokale Künstler, Musiker und religiöse Würdenträger schufen gemeinsam einen Abend, der Tradition und zeitgenössische Reflexion verband.
Das Kulturprogramm Aschermittwoch der Künstler 2026 brachte in Koblenz Kunst, Glauben und Philosophie zusammen. Barbara Gröbls Installation bleibt bis Mitte März für die Öffentlichkeit zugänglich, während die BBK-Ausstellung im Künstlerhaus Metternich weiter zu sehen ist. Die Veranstaltung zeigte, wie Kreativität und Tradition im öffentlichen Diskurs aufeinandertreffen können.






