19 April 2026, 18:22

KI-Projekt "JANO" soll Gerichtsurteile schneller anonymisieren und veröffentlichen

Ein Anwalt im Anzug sitzt an einem Tisch mit einer Waage vor ihm, die er mit Text und Zahlen markiert.

KI-Projekt "JANO" soll Gerichtsurteile schneller anonymisieren und veröffentlichen

Zwei deutsche Bundesländer arbeiten zusammen, um die Anonymisierung von Gerichtsurteilen mithilfe künstlicher Intelligenz zu beschleunigen. Baden-Württemberg und Hessen haben ein gemeinsames Projekt namens "JANO" gestartet, das persönliche Daten in juristischen Dokumenten automatisch erkennen und schwärzen soll. Die Initiative zielt darauf ab, den Arbeitsaufwand für Mitarbeiter zu verringern und gleichzeitig Urteile besser für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Das neue KI-Werkzeug wurde offiziell am Landgericht Mannheim von den Justizministern Marion Gentges (Baden-Württemberg) und Roman Poseck (Hessen) vorgestellt. "JANO" durchsucht Gerichtsentscheidungen, markiert sensible Informationen und schlägt Schwärzungen vor, bevor menschliche Mitarbeiter die Änderungen prüfen und finalisieren. Wie Poseck betonte, dient das System als Unterstützungsinstrument und ersetzt keine juristischen Fachkräfte.

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Beide Länder verfügen bereits über Erfahrung mit KI in ihren Justizsystemen: Baden-Württemberg nutzt die Systeme "OLGA" und "Codefy", während Hessen auf "Frauke" und "Codefy" für verschiedene Verwaltungsaufgaben setzt. Gentges hob hervor, dass Baden-Württemberg bei der Digitalisierung der Gerichte und der Integration von KI in Deutschland eine Vorreiterrolle einnehme.

Der Prototyp von "JANO" wird 2023 weiterentwickelt und getestet, wobei Pilotprojekte an ausgewählten Gerichten in beiden Bundesländern geplant sind. Auch das Amtsgericht Hanau in Hessen wird als zusätzliche Teststelle in das Projekt einbezogen. Sobald die Urteile anonymisiert sind, können sie effizienter veröffentlicht werden und möglicherweise sogar zur Schulung zukünftiger KI-Modelle beitragen.

Die Minister betonten, dass die Technologie Prozesse beschleunigen soll, ohne die Genauigkeit zu beeinträchtigen. Die Mitarbeiter werden weiterhin jede KI-generierte Vorschlag prüfen, bevor sie endgültig freigegeben wird – so bleibt die Einhaltung rechtlicher Standards gewährleistet.

Das Projekt stellt einen wichtigen Schritt hin zu einer schnelleren Veröffentlichung von Gerichtsentscheidungen dar, ohne den Datenschutz zu vernachlässigen. Anonymisierte Urteile könnten zudem wertvolles Material für die Weiterentwicklung von KI-Anwendungen im juristischen Bereich liefern. Die Tests werden 2023 fortgesetzt, wobei beide Länder die Leistung und Zuverlässigkeit des Systems überwachen.

Quelle