Karlsruher Schloss-Umzug: 17.500 Schätze wandern ins Depot
Hans-Josef BeckmannMit Vorsicht und Überraschungen: Wie ein Museum umzieht - Karlsruher Schloss-Umzug: 17.500 Schätze wandern ins Depot
Badisches Landesmuseum in Karlsruhe bereitet riesige Umzugsaktion vor
Im Rahmen der bevorstehenden Sanierung des Karlsruher Schlosses steht dem Badischen Landesmuseum in Karlsruhe ein gewaltiges Umzugsprojekt bevor. In den kommenden eineinhalb Jahren wird die gesamte Sammlung – rund 17.500 Objekte – sorgfältig verpackt, dokumentiert und in Depots ausgelagert oder an andere Einrichtungen verliehen.
Aktuell zeigt das Museum nur etwa drei Prozent seiner rund eine halbe Million Exponate. Der Rest lagert in Depots, doch nun muss nahezu das gesamte Inventar transportfertig gemacht werden. Für den Umzug werden etwa 800 Paletten benötigt, zudem werden rund 600 maßgefertigte Holzkisten angefertigt, um ungewöhnlich geformte oder große Objekte zu schützen.
Bevor die Stücke verpackt werden, durchläuft jedes eine detaillierte Dokumentation, darunter Fotografie und digitale Katalogisierung. Eine der größten Herausforderungen stellt das Mithras-Relief dar, ein wandmontiertes Artefakt mit einem Gewicht von 1,5 bis 1,8 Tonnen. Fachleute werden es mithilfe eines Krans und Präzisionswerkzeugen abmontieren.
Die Räumungsarbeiten sollen bis Ende 2025 andauern, während die Hauptbauarbeiten am Schloss voraussichtlich 2028 beginnen. Anders als bei ähnlichen Projekten der letzten Jahre hat kein anderes deutsches museum einen Umzug dieser Größenordnung mit einer derart detaillierten logistischen Planung durchgeführt.
Nach Abschluss des Umzugs werden Teile der Sammlung eingelagert, während ausgewählte Stücke an andere Institutionen verliehen werden. Das Projekt sichert die Erhaltung Tausender Artefakte während der Schloss-Sanierung. Das Museum bleibt bis zum Abschluss der Arbeiten und der Rückkehr der Sammlungen geschlossen.






