Karfreitag: Warum Tanzen und Musik in Berlin und Brandenburg verboten bleiben
Gerfried ThiesKarfreitag: Warum Tanzen und Musik in Berlin und Brandenburg verboten bleiben
Karfreitag bleibt in Teilen Deutschlands ein Tag strenger Ruhe – mit Tanzverbot und Einschränkungen für Musik und öffentliche Unterhaltung
In Brandenburg und Berlin gelten an Karfreitag weiterhin langjährige Verbote für Tanzen, Musik und öffentliche Veranstaltungen. Die regional unterschiedlich geregelten Bestimmungen betreffen alles von Clubveranstaltungen bis zu Sportevents und sorgen sowohl für Akzeptanz als auch für Diskussionen.
Besonders streng sind die Regeln in Brandenburg: Von Mitternacht am Karfreitag bis 4:00 Uhr am Karsamstag ist öffentliches Tanzen komplett untersagt. Lokale mit Alkoholausschank dürfen über den grundlegenden Ausschank von Speisen und Getränken hinaus keine Veranstaltungen anbieten. Selbst öffentliche Versammlungen, Umzüge oder Unterhaltungsveranstaltungen im Freien sind in dieser Zeit verboten – es sei denn, sie dienen der Kunst, Wissenschaft oder Bildung. Sportveranstaltungen mit musikalischer Untermalung oder Unterhaltungsprogramm sind ebenfalls tabu.
In Berlin gelten leicht abweichende, aber ebenso klare Vorschriften: Von 4:00 Uhr morgens bis 21:00 Uhr am Karfreitag ist öffentliches Tanzen verboten, angelehnt an die allgemeinen Sonntagsruhebeschränkungen. Musikdarbietungen jeglicher Art sind in Gaststätten mit Alkoholausschank nicht erlaubt. Auch öffentliche Sportevents mit Musik oder Unterhaltung fallen unter das Verbot.
Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle verteidigt die Maßnahmen mit dem Argument, dass Stille und Besinnung allen zugutekämen – unabhängig von der religiösen Zugehörigkeit. Der Karfreitag ist als "stiller Feiertag" eingestuft, ähnlich wie der Volkstrauertag oder der Totensonntag, was bedeutet, dass vergleichbare Einschränkungen auch an anderen feierlichen Anlässen gelten.
Die Verbote bleiben bestehen und wirken sich auf das Nachtleben, den Sport und das Kulturangebot in beiden Bundesländern aus. Während einige die Regeln als überholt kritisieren, pochen die Behörden auf ihre Einhaltung – mit Verweis auf Tradition und den respektvollen Charakter des Feiertags. Veranstalter und Betreiber müssen ihre Pläne anpassen oder riskieren bei Zuwiderhandlungen Strafen.






