Jörg Meuthens politisches Aus: Vom AfD-Chef zum Rückzug aus der WerteUnion
Brigitta SchülerMeuthen tritt nach Wahlschlappe zurück - Jörg Meuthens politisches Aus: Vom AfD-Chef zum Rückzug aus der WerteUnion
Jörg Meuthen, einst eine prägende Figur der deutschen AfD, hat seinen Rückzug aus der aktiven Politik bekannt gegeben. Der Schritt folgt auf ein kurzes Intermezzo bei der konservativen WerteUnion, der er sich 2024 anschloss, bevor er aufgrund interner Differenzen wieder zurücktrat. Sein Abschied markiert das Ende einer politischen Karriere, die ihn vom prominenten AfD-Co-Vorsitzenden zum Kritiker sowohl der rechtsextremen als auch der konservativen Strömungen werden ließ.
Sein politischer Aufstieg begann 2015, als Meuthen den Co-Vorsitz der AfD übernahm – ein Amt, das er bis 2022 innehatte. In dieser Zeit inszenierte er sich als gemäßigtere Stimme innerhalb der Partei und grenzte sich wiederholt von ihren radikalen Flügeln ab. 2017 zog er als AfD-Kandidat ins Europäische Parlament ein und festigte so seinen Einfluss.
Nach seinem Austritt aus der AfD 2022 trat Meuthen im September 2024 der WerteUnion bei, mit der Begründung, die zunehmende Radikalisierung der AfD nicht länger mittragen zu wollen. Doch auch dieses Engagement währte nur kurz: Zunächst legte er sein Amt als stellvertretender Landesvorsitzender nieder, später kündigte er an, bei der anstehenden Parteitagswahl nicht mehr für den Bundesvorstand kandidieren zu wollen. Den endgültigen Rückzug aus der Politik verkündete er nach dem enttäuschenden Abschneiden der WerteUnion bei den jüngsten Wahlen, bei denen die Partei landesweit lediglich 0,2 Prozent der Stimmen holte. Selbst in seinem Heimatwahlkreis Kehl kam Meuthen auf nur 0,8 Prozent der Erststimmen.
Als letzten politischen Akt bestätigte Meuthen, künftig nur noch einfaches Mitglied der WerteUnion zu bleiben – und beendete damit seine aktive Rolle in der deutschen Politik.
Sein Aus scheidet eine der bekanntesten Persönlichkeiten der WerteUnion aus. Meuthens Abgang spiegelt die größeren Schwierigkeiten wider, mit denen sich die konservativen Kräfte in Deutschland konfrontiert sehen: den Spagat zwischen Mäßigung und ideologischer Reinheit. Die Partei steht nun vor der Herausforderung, nach dem schwachen Wahlergebnis wieder an Unterstützung zu gewinnen.






