31 January 2026, 20:43

Hybridpraxen von LillianCare sollen Ärztemangel auf dem Land bekämpfen

Ein kleines Dorf inmitten einer grünen Hügellandschaft in den Bayerischen Alpen, umgeben von Bäumen, Gras und Straßen.

Hybridpraxen von LillianCare sollen Ärztemangel auf dem Land bekämpfen

Deutsches Gesundheits-Start-up kämpft mit hybridem Praxismodell gegen Ärztemangel auf dem Land

Das deutsche Gesundheits-Start-up LillianCare, 2023 gegründet, geht mit einem innovativen Hybridmodell gegen den wachsenden Ärztemangel in ländlichen Regionen vor. Das Unternehmen verbindet vor-Ort-Teams mit digitalen Dienstleistungen, um die medizinische Versorgung zu verbessern. Nun hat LillianCare frisches Kapital eingesammelt, um sein Konzept in ganz Europa auszubauen.

Gegründet wurde LillianCare in Mannheim von den Gesundheitsexperten Linus Drop und Daniel Hefel. Ihr Modell zielt auf ein drängendes Problem ab: Bis 2035 könnte Deutschland laut Prognosen ein Defizit von 11.000 Hausärzten verzeichnen – besonders betroffen sind ländliche Gebiete. Doch das Problem beschränkt sich nicht auf Deutschland: Wie aus einem gemeinsamen Bericht der OECD und der EU-Kommission von 2024 hervorgeht, sind mehr als ein Drittel der Ärzte und ein Viertel des Pflegepersonals in der EU über 55 Jahre alt und stehen kurz vor dem Renteneintritt.

Die Lösung des Start-ups besteht in Hybridpraxen, die Präsenzbehandlungen mit Telemedizin verbinden. Fünf solche Zentren sind bereits in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen in Betrieb. Bis 2030 sollen 400 weitere folgen. Das Modell kommt auch Ärztinnen und Ärzten zugute, indem es flexible Remote-Arbeitsmöglichkeiten bietet – sie können in Städten leben und gleichzeitig ländliche Gemeinden versorgen.

Um das Wachstum voranzutreiben, hat LillianCare eine Finanzierungsrunde abgeschlossen, an der sich zwei neue Impact-Investoren beteiligen: die deutsche BONVENTURE und die spanische Creas. Bis Anfang 2026 plant das Unternehmen die Expansion in acht weitere europäische Länder, darunter Spanien, Italien, Portugal und Polen. Durch Lizenzpartnerschaften können niedergelassene Ärzte die Infrastruktur und Marke von LillianCare nutzen, was die Verbreitung des Systems beschleunigen soll.

Das Ziel ist klar: Patientinnen und Patienten in unterversorgten Regionen sollen zuverlässige, hochwertige medizinische Betreuung erhalten – ohne lange Anfahrtswege. Durch die Kombination von Technologie und traditionellen Praxisstrukturen will das Start-up die Gesundheitsversorgung zugänglicher und nachhaltiger gestalten.

Bereits in zwei deutschen Bundesländern ist das Hybridmodell von LillianCare aktiv, Hundert weitere Standorte sind geplant. Die jüngste Investition soll helfen, das Konzept in Europa zu verbreiten – beginnend mit acht Ländern bis 2026. Bei Erfolg könnte das System überlastete Gesundheitssysteme entlasten und Ärztinnen und Ärzten gleichzeitig mehr Flexibilität bei der Wahl ihres Arbeitsorts bieten.