Hoffmeister-Kraut drängt auf Reformen bei Bundeswehr-Beschaffung für mehr KMU-Beteiligung
Gerd BuchholzHoffmeister-Kraut drängt auf Reformen bei Bundeswehr-Beschaffung für mehr KMU-Beteiligung
Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut fordert Reformen bei Rüstungsbeschaffung
Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) hat Reformen des deutschen Beschaffungssystems für die Bundeswehr angemahnt. Besonders betonte sie die Notwendigkeit, kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Start-ups und neue Marktteilnehmer stärker in Rüstungsaufträge einzubinden. Ihre Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Bundesregierung einen Gesetzentwurf prüft, der Planung und Beschaffung für die Streitkräfte beschleunigen soll.
In den vergangenen fünf Jahren (2021–2026) vergab die Bundeswehr rund 25 bis 30 Prozent ihrer Aufträge an KMU und Start-ups – ein Wert, der deutlich unter dem NATO-Durchschnitt von 40 bis 50 Prozent liegt, wie er in Ländern wie den USA, Großbritannien oder den Niederlanden erreicht wird. Programme wie das Small Business Innovation Research (SBIR) in den USA oder Innovate UK in Großbritannien haben dort die Beteiligung kleinerer Unternehmen auf über 45 Prozent gesteigert.
Hoffmeister-Kraut unterstützt zwar den geplanten Beschleunigungsgesetz, warnt jedoch vor Nachteilen für kleinere Firmen. Echte Fortschritte bei der Bürokratieabbau sehe sie nicht in Ausnahmeregelungen, sondern in vereinfachten Verfahren, erklärte die Ministerin. Fairer Wettbewerb müsse weiterhin im Mittelpunkt der Vergabepraxis stehen.
Gleichzeitig hob sie die Bedeutung von KMU und Start-ups für die Innovationskraft und Flexibilität der deutschen Rüstungsindustrie hervor. Um ihre Einbindung zu stärken, forderte sie bessere Strukturen innerhalb der Beschaffungsbehörden, die neuen Anbietern den Zugang zu Ausschreibungen erleichtern sollen.
Ziel der Vorschläge ist es, den Anteil von KMU und Start-ups an der Rüstungsbeschaffung zu erhöhen. Sollten die Reformen umgesetzt werden, könnte Deutschland damit näher an NATO-Standards heranrücken – ohne den Wettbewerb zu vernachlässigen. Nun kommt es darauf an, wie die Bundesregierung künftig Tempo und Fairness bei der Vergabe in Einklang bringt.






