24 January 2026, 04:40

Haftbefehls Netflix-Doku rührt Drogenbeauftragten zu Tränen – ein schonungsloser Blick auf die Sucht

Ein deutsches Propagandaplakat mit zwei Männern in Mützen, die Zigaretten rauchen, mit Text, der wahrscheinlich über die Männer informiert.

Deutschlands Drogenbeauftragter Streeck nennt Haftbefehls Doc 'berührend' - Haftbefehls Netflix-Doku rührt Drogenbeauftragten zu Tränen – ein schonungsloser Blick auf die Sucht

Netflix-Dokumentation über Rapper Haftbefehl erhält Lob von Drogenbeauftragtem der Bundesregierung

Die neue Netflix-Dokumentation Babo – Die Haftbefehl-Story über den Rapper Haftbefehl hat den Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Burkhard Blienert, zu positiven Reaktionen veranlasst. Der Film begleitet den Künstler bei seinem Kampf gegen die Kokainsucht und bietet einen schonungslosen, ungeschönten Einblick in sein Leben. Blienert bezeichnete die Produktion nach ihrer Veröffentlichung Ende Oktober als sowohl intensiv als auch zutiefst bewegend.

Die unter der Regie des Schauspielers Elyas M’Barek entstandene Dokumentation – sein Debüt hinter der Kamera – feierte am 28. Oktober Premiere. Sie zeigt Haftbefehl, mit bürgerlichem Namen Aykut Anhan, sichtbar gezeichnet von Jahren des Drogenmissbrauchs, weit entfernt vom verklärten Image, das in der Rap-Szene oft vermittelt wird.

Der Film schildert Haftbefehls langen Kampf gegen die Sucht und enthüllt, wie die Drogen sein Leben übernahmen. Anders als viele Rap-Erzählungen, die den Kokainkonsum verherrlichen, entlarvt diese Dokumentation die Illusion des Glamours. Blienert, ein ausgebildeter Mediziner, betonte den deutlichen Kontrast und hob hervor, dass der Film die zerstörerische Realität einer Abhängigkeit schonungslos offenlege.

Der Drogenbeauftragte lobte den Mut des Rappers, der sich offen über seine Kämpfe äußere. Statt bloßen Drogenkonsum zu zeigen, veranschauliche die Dokumentation, wie die Sucht einen Menschen vollständig vereinnahmt. Blienert unterstrich ihre Kraft, Wahrnehmungen zu hinterfragen – besonders in einem Genre, in dem Substanzmissbrauch mitunter verherrlicht wird. Für M’Barek markiert das Projekt einen bedeutenden Wechsel vom Schauspiel zur Regie. Sein Regiedebüt bringt eine intime und kompromisslose Perspektive auf Haftbefehls Geschichte ein und hat seit dem Netflix-Start sowohl kritische Aufmerksamkeit als auch öffentliche Diskussionen ausgelöst.

Die Dokumentation hat Debatten über Sucht und ihre Darstellung in der Musik angestoßen. Blienerts Unterstützung unterstreicht ihre Wirkung als Instrument zur Bewusstseinsbildung. Mit ihrer ehrlichen Schilderung von Haftbefehls Erfahrungen hebt sich der Film als seltene und kraftvolle Erzählung in der deutschen Popkultur ab.