Guram Gvasalias Vetements-Comeback setzt auf Alltagsmode und Genderfluidität
Hans-Josef BeckmannGuram Gvasalias Vetements-Comeback setzt auf Alltagsmode und Genderfluidität
Guram Gvasalia präsentierte seine erste Vetements-Kollektion im Rahmen der Pariser Herrenmodewoche. Die Show fand in einem Tunnel unter dem Novotel Paris Centre Tour Eiffel statt – obwohl auf der Einladung das Hotel selbst als Veranstaltungsort angegeben war. Die Gäste trafen sich um 20:30 Uhr ein, doch der Beginn verzögerte sich um 45 Minuten.
Die Kollektion markierte eine Rückkehr zu den ursprünglichen Werten von Vetements: Im Mittelpunkt standen alltagstaugliche Stücke statt hochkarätiger Anlässe. Gvasalia zeigte schlichte, funktionale Designs, darunter Jeans, gestreifte Hemden, Harrington-Jacken und Motocross-Blousons. Auch Trenchcoats, Lederhosen und Bleistiftröcke spielten eine zentrale Rolle.
Einige Kleidungsstücke waren reversibel – mit Innenetiketten, die schlicht „Clothing“ statt des Markennamens trugen. Harrington-Jacken und Trenchcoats offenbarten beim Wenden ein kariertes Futter. Der Designer setzte zudem einen Schwerpunkt auf Damenmode und kleidete sowohl männliche als auch weibliche Models – darunter Alek Wek, Sasha Pivovarova und Sharon Stone – in von Herrenmode inspirierte Looks.
Zu den Gästen zählten Prominente wie North West, Maluma, Anyma und Olivia Palermo. Sharon Stones Auftritt weckte Assoziationen zu dem kürzlichen Gucci-Debüt ihres Bruders Demna, bei dem ein weißes Kleid für Furore sorgte. Nach der Show wies Gvasalia Bedenken zur Resonanz mit einem lässigen Kommentar zurück: „Wer es checkt, der checkt’s.“
Die Kollektion bot praktische, vielseitige Mode mit Fokus auf Damenbekleidung und genderfluide Styling-Optionen. Reversible Designs und dezente Markenführung spiegelten die Rückkehr zu den Gründungsprinzipien des Labels wider. Der ungewöhnliche Ort und der verspätete Beginn verhalfen der Veranstaltung zu einem unverwechselbaren Charakter.
