11 March 2026, 16:18

Grüne triumphieren knapp bei der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg

Ein detaillierter alter Stadtplan von Baden-Württemberg, Deutschland, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, mit einem Gebäude in der rechten unteren Ecke und Text, der Stadtinformationen bereitstellt.

Grüne triumphieren knapp bei der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg

Die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg brachte ein historisches Ergebnis: Die Grünen von Cem Özdemir setzten sich mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur 0,5 Prozent gegen die CDU durch. Das Kopf-an-Kopf-Rennen endete mit je 56 Sitzen für beide Parteien – ein Ergebnis, das die CDU in die ungewollte Rolle des kleineren Koalitionspartners drängt. Die Wahl markiert damit einen Wendepunkt nach Jahren CDU-geführter Regierungen in dem südwestdeutschen Bundesland.

Der Wahlkampf war von erbittertem Wettbewerb geprägt, wobei Umfragen noch zwei Wochen vor der Abstimmung ein absolutes Patt zeigten. Özdemir, eine prägende Figur der Grünen, setzte auf eine mutige Umweltagenda: autofreie Innenstädte, den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und eine beschleunigte Energiewende. Sein unermüdlicher Einsatz in der Öffentlichkeit seit Herbst 2025 erwies sich als entscheidend – und überlagerte frühere Kontroversen wie ein altes Video, das für Diffamierungsversuche genutzt worden war.

Die CDU schadete sich selbst mit der Entscheidung, Fördergelder für Hausbesitzer mit Solaranlagen zu streichen – eine Maßnahme, die viele Wähler verprellte, die sich angesichts steigender Lebenshaltungskosten ohnehin verunsichert fühlten. Gleichzeitig könnten die aggressiven Kampagnen der Grünen, darunter gezielte Angriffe auf politische Gegner, in der heißen Phase noch unentschlossene Wähler überzeugt haben. Manuel Hagel, der junge CDU-Spitzenkandidat, fand trotz großer Hoffnungen in seine politischen Fähigkeiten kaum Anklang.

Im Endergebnis erreichten die Grünen 30,2 Prozent und lagen damit knapp vor der CDU mit 29,7 Prozent. Die rechtspopulistische AfD legte deutlich auf 18,8 Prozent zu und sicherte sich Platz drei, während die SPD mit einem historischen Tiefstand von 5,5 Prozent abstürzte. Damit endet die Vorherrschaft der CDU unter Führungspersönlichkeiten wie Winfried Kretschmann, der seit 2016 in einer Koalition mit den Grünen regiert hatte.

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Özdemirs Sieg macht ihn zum ersten grünen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs. Die CDU sieht sich nun in der ungewohnten Rolle des Juniorpartners. Mit den Grünen an der Spitze sind in den kommenden Jahren weitreichende Kurswechsel in Verkehrs- und Energiepolitik zu erwarten.

Quelle