07 January 2026, 20:41

Grüne streichen Homöopathie-Förderung – FDP dreht überraschend bei

Ein Flyer mit einem Unternehmenslogo und einem Bild einer Tasse.

Grüne streichen Homöopathie-Förderung – FDP dreht überraschend bei

In Baden-Württemberg ist ein politischer Streit über die Finanzierung homöopathischer Mittel durch die gesetzliche Krankenversicherung entbrannt. Die Grünen setzen sich für die Abschaffung der Erstattungen ein und plädieren für eine evidenzbasierte Medizin. Gleichzeitig hat die FDP ihre bisherige Haltung revidiert und spricht sich nun – offenbar mit Blick auf die anstehende Wahl – für die Beibehaltung der Kostenübernahme aus, um Wähler zu gewinnen.

Die Grünen in Baden-Württemberg hatten kürzlich gefordert, dass die gesetzlichen Krankenkassen homöopathische Behandlungen nicht länger bezahlen. Ihr Vorstoß war erfolgreich: Die Mittel wurden aus dem Leistungskatalog gestrichen. Zwar spart die Maßnahme weniger als 10 Millionen Euro, doch sie steht im Einklang mit dem Bekenntnis der Partei zu wissenschaftlich fundierter Medizin.

Die Region gilt als Hochburg der Homöopathie – hier haben große Hersteller ihren Sitz, und die Anhängerschaft ist eng mit der anthroposophischen Bewegung in Stuttgart verbunden. Das Thema ist daher politisch brisant. Die FDP, die aktuell bei etwa fünf Prozent in den Umfragen liegt, hat nun ihre Position geändert und stellt sich gegen den Beschluss der Grünen. Noch im Bundestag hatte die Partei argumentiert, Homöopathie sei wissenschaftlich nicht belegt und dürfe nicht öffentlich finanziert werden. Jetzt wirbt Parteichef Christian Dürr gegen Verbote – inspiriert von den Deregulierungspolitik des argentinischen Präsidenten Javier Milei. Offensichtlich zielt der Kurswechsel darauf ab, Wähler zu gewinnen, die alternativen Heilmethoden zugeneigt sind. Kritiker verweisen auf den Widerspruch in der FDP-Haltung, die nun mit ihren früheren liberalen Grundsätzen kollidiert. Seit die Partei aus Regierung und Bundestag ausgeschieden ist, ringt sie um eine klare politische Ausrichtung.

Die Entscheidung der Grünen, die Förderung der Homöopathie zu streichen, tritt in Kraft – sie bringt zwar nur bescheidene Einsparungen, stärkt aber die evidenzbasierte Gesundheitsversorgung. Der Kurswechsel der FDP zeigt ihren Versuch, in Baden-Württemberg wieder an Bedeutung zu gewinnen, wo ihre Unterstützung geschwunden ist. Die Debatte spiegelt die grundsätzlichen Spannungen zwischen wissenschaftsbasierter Politik und wahlstrategischen Erwägungen wider.