16 December 2025, 18:26

Grüne stoppen Homöopathie-Zahlungen – Özdemir vor Dilemma

Ein von verschiedenen Pflanzen und Bäumen umgebenes Haus auf einer grünen Wiese.

Grüne stoppen Homöopathie-Zahlungen – Özdemir vor Dilemma

Grüne sagen Nein zu Homöopathie und mehr

Ankündigung: Nach jahrelangen Debatten steht die Entscheidung der Grünen fest: Krankenkassen sollen Homöopathie künftig nicht mehr bezahlen. Das könnte für Cem Özdemir zum Problem werden.

Artikel: Die Grünen haben sich klar gegen die öffentliche Finanzierung von Homöopathie positioniert. Auf ihrem Bundesparteitag in Hannover stimmten die Delegierten dafür, dass Krankenkassen unwirksame Behandlungen nicht länger übernehmen dürfen. Die Entscheidung folgte hitzigen Diskussionen, in denen sich prominente Stimmen wie Manuela Rottmann und die Leipziger Abgeordnete sowie Ärztin Paula Piechota für strengere Regeln einsetzten.

Der Parteivorstand hatte das Thema zunächst zu umschiffen versucht. Als es auf die Tagesordnung kam, schlug er einen Kompromiss vor: Homöopathie sollte nur über freiwillige Zusatzversicherungen erstattet werden. Doch die Basis lehnte diesen Vorschlag ab.

Der Berliner Kreis Tempelhof-Schöneberg brachte einen schärferen Antrag ein. Er argumentierte, Steuergelder dürften nicht für Therapien ohne wissenschaftlichen Nachweis ausgegeben werden. Dieser Antrag fand deutliche Mehrheit – und setzte sich gegen den Kompromiss des Vorstands durch.

Paula Piechota, Ärztin und Bundestagsabgeordnete aus Leipzig, sprach sich entschieden gegen die Kostenübernahme durch die Kassen aus. Sie betonte, Versicherungen müssten sich auf nachweislich wirksame Behandlungen konzentrieren. Die Parteischatzmeisterin Manuela Rottmann hatte dagegen den Kompromiss unterstützt und darauf verwiesen, dass Versicherte ihre Leistung selbst wählen sollten. Doch die Mehrheit der Delegierten sah das anders.

Nina Freund vom Kreis Tempelhof-Schöneberg kritisierte den Kompromissvorschlag scharf. Sie wies darauf hin, dass selbst grundlegende Leistungen wie Verhütungsmittel oder Brillen oft nicht erstattet würden. Die Abstimmung spiegelte eine grundsätzliche Skepsis wider, ob Homöopathie in der öffentlichen Gesundheitsversorgung überhaupt einen Platz haben sollte.

Die Entscheidung könnte einige Wähler der Grünen entfremden – besonders in Baden-Württemberg, wo Homöopathie nach wie vor auf große Akzeptanz stößt. Nach dem neuen Kurs der Partei werden gesetzliche Krankenkassen solche Behandlungen künftig nicht mehr erstatten. Der Beschluss markiert einen Schritt hin zu einer stärker evidenzbasierten Finanzierung im deutschen Gesundheitssystem.