Grönemeyer erhält Nationalpreis für sein gesellschaftliches Engagement und kritisiert Politiker
Brigitta SchülerGrönemeyer erhält Nationalpreis für sein gesellschaftliches Engagement und kritisiert Politiker
Herbert Grönemeyer ist mit dem Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung für sein langjähriges gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet worden. Der 70-jährige Musiker, bekannt durch sein markantes weißes Haar und seinen Einfluss als Vertreter der Babyboomer-Generation, wurde bei einer Feier geehrt, die Beiträge zur Stärkung der demokratischen Gesellschaft würdigt. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis hebt insbesondere Projekte hervor, die den Zusammenhalt unter jungen Menschen fördern.
In seiner Dankesrede kritisierte Grönemeyer Politiker dafür, in den vergangenen zwei Jahrzehnten versagt zu haben, klar mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Er nannte dabei explizit die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und den amtierenden Kanzler Olaf Scholz, denen er Schweigen und Unklarheit vorwarf. Als Beispiel für gelungene Zusammenarbeit verwies er auf die Fußballer Felix Nmecha und Aleksandar Pavlović, die auf dem Platz effektiv Hand in Hand arbeiten.
Zudem rief er die Zivilgesellschaft zum Handeln auf. Die Vorstellung, sich auf väterliche oder mütterliche Autoritäten wie „Mutti“ oder „Vati“ zu verlassen, wies er zurück und forderte stattdessen, eine Bewegung auf Basis von gegenseitiger Unterstützung aufzubauen. Seine Botschaft war von Optimismus geprägt: Statt Zukunftsängste zu schüren, plädierte er für einen proaktiven Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen.
Die Deutsche Nationalstiftung verleiht den Preis jährlich an Persönlichkeiten, die demokratische Werte stärken. In diesem Jahr würdigt die Auszeichnung Grönemeyers Einsatz für Zusammenhalt und bürgerschaftliches Engagement. Der mit dem Preis verbundene Förderpreis wird Initiativen unterstützen, die junge Menschen zusammenbringen.
