Grausamer Fund in Bodelshausen: Rehkitz stirbt mit zuggeklebtem Maul
Gerd BuchholzGrausamer Fund in Bodelshausen: Rehkitz stirbt mit zuggeklebtem Maul
Verendetes Rehkitz in Bodelshausen mit zuggeklebtem Maul entdeckt
In Bodelshausen im Landkreis Tübingen wurde ein junges Rehkitz mit grausam zugeklebtem Maul gefunden. Anwohner entdeckten das verletzte Tier am 20. Juni 2022 in einem Garten in der Schlehenweg-Siedlung. Trotz Rettungsversuchen starb das Kitz wenige Tage später unter tragischen Umständen.
Das verängstigte Tier war zunächst von besorgten Bürgern gesichtet worden, die umgehend die Behörden alarmierten. Retter entfernten das Klebeband, das sein Maul versiegelte, und setzten das Kitz in der Nähe einer Hecke am Waldrand frei. Doch nur fünf Tage später, am 25. Juni 2022, wurde das Reh tot aufgefunden – nicht weit von der Stelle entfernt, an der es freigelassen worden war.
Tierquälerei ist in Deutschland ein schweres Vergehen. Nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes können solche Taten mit Geldstrafen oder sogar bis zu drei Jahren Haft bestraft werden. Die Tierrechtsorganisation PETA hat sich eingeschaltet und bietet eine Belohnung von 2.050 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung und Verurteilung des Verantwortlichen führen.
Experten weisen auf einen besorgniserregenden Zusammenhang zwischen Tiermisshandlung und weitergehender Gewalt hin. Dr. Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes betont, dass 80 bis 90 Prozent der extrem gewalttätigen Straftäter eine Vorgeschichte von Tierquälerei aufweisen. Der Fall löst daher Befürchtungen aus, dass weitere Gewalttaten in der Gemeinschaft drohen könnten.
Der Tod des Rehkitzes gibt den Ermittlern weiterhin Rätsel auf. Die Behörden rufen erneut Zeugen auf, sich mit möglichen Informationen zu melden. Die von PETA ausgesetzte Belohnung bleibt bestehen – und der Fall steht als mahnendes Beispiel für die rechtlichen Konsequenzen bei Tierquälerei.






