Gil Ofarim widerruft Antisemitismus-Vorwurf – doch die Kritik bleibt
Brigitta SchülerGil Ofarim widerruft Antisemitismus-Vorwurf – doch die Kritik bleibt
Gil Ofarim hat vor Gericht eingeräumt, dass sein Vorwurf des Antisemitismus gegen den Leipziger Hotelmitarbeiter Markus W. aus dem Jahr 2021 falsch war. Der Sänger entschuldigte sich öffentlich bei W. während eines Auftritts in der RTL-Sendung Punkt 12 am 11. Februar 2024. Der Fall hat nach Jahren der Kontroverse erneut für Aufmerksamkeit gesorgt.
Der Streit begann im Oktober 2021, als Ofarim in den sozialen Medien behauptete, Markus W. habe ihm in einem Leipziger Hotel die Bedienung verweigert, weil er eine Davidstern-Kette trug. Die Anschuldigung löste Empörung aus und führte zu Todesdrohungen gegen den Mitarbeiter. W. wies die Vorwürfe später zurück und reichte eine Klage wegen Verleumdung ein.
Vor Gericht zog Ofarim seine Aussage zurück und gab zu, dass die Behauptung unwahr war. In Punkt 12 wiederholte er seine Entschuldigung, wobei Moderatorin Katja Burkard sichtbar überrascht reagierte. W. kritisierte Ofarim jedoch in einem Interview mit der Zeit und warf dem Sänger vor, sich trotz der schweren Folgen für ihn selbst als Opfer dargestellt zu haben.
Die öffentliche Reaktion auf Ofarims Entschuldigung fällt gespalten aus. Während einige den Schritt als notwendig anerkennen, bleiben andere skeptisch – angesichts der anhaltenden Auswirkungen auf W.s Leben. Die Medienberichterstattung konzentriert sich auf die gerichtliche Entschuldigung und die anhaltende Kritik des Mitarbeiters an Ofarims Umgang mit der Situation.
Der Fall ist nun mit Ofarims Eingeständnis der Falschbehauptung abgeschlossen. W. hatte mit langanhaltenden persönlichen und beruflichen Konsequenzen zu kämpfen, darunter Bedrohungen und öffentliche Anfeindungen. Das Ergebnis folgt auf jahrelange Gerichtsverfahren und öffentliche Debatten über die ursprüngliche Anschuldigung.