06 February 2026, 23:04

Gil Ofarim bricht erstmals sein Schweigen zum Davidstern-Skandal

David Letterman, gekleidet in Anzug und Krawatte, steht vor einer Menschenmenge, beleuchtet von Scheinwerfern und umgeben von einer Wand, wahrscheinlich bei der Premiere seines bevorstehenden Films.

Gil Ofarim Behauptet: Video ist eine Fälschung - Gil Ofarim bricht erstmals sein Schweigen zum Davidstern-Skandal

Gil Ofarim hat erstmals seit Beginn der Kontroverse um den Davidstern-Skandal öffentlich geäußert. Seine Äußerungen fielen während eines Lagerfeuer-Gesprächs bei Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! kurz vor dem Finale der Show. Der Fall, der 2021 begann, führte zu einem Gerichtsurteil, finanziellen Entschädigungszahlungen und einer anhaltenden Debatte darüber, was tatsächlich geschehen ist.

Der Sänger hatte zuvor einem Hotelmitarbeiter in Leipzig antisemitisches Verhalten vorgeworfen – Vorwürfe, die der Angestellte vehement bestritt. Der Streit eskalierte zu juristischen Auseinandersetzungen, öffentlicher Empörung und widersprüchlichen Schilderungen beider Seiten.

Der Skandal nahm im Oktober 2021 seinen Anfang, als Ofarim behauptete, ein Mitarbeiter des Westin Hotels in Leipzig habe ihn aufgefordert, seine Davidstern-Halskette zu verstecken. Der Beschuldigte, der nach den Vorwürfen seinen Job verlor, wies die Anschuldigungen konsequent zurück. Bald darauf wurde er mit öffentlichen Protesten und Todesdrohungen konfrontiert, während das Hotel ihn zwar suspendierte, sich aber nicht offiziell äußerte.

Ofarim argumentierte später, die Überwachungsaufnahmen des Hotels seien manipuliert worden, und behauptete, entscheidende Sekunden würden fehlen. Zudem gab er an, eine Zeugin habe die Kette gesehen, obwohl das Videomaterial keinen Beweis dafür lieferte, dass er sie trug. Sein Anwalt, Dr. Alexander Stevens, bezeichnete die Situation in einer öffentlichen Stellungnahme als "kaum zu überbietende Heuchelei".

Im November 2023 urteilte ein Gericht, dass Ofarim über den Vorfall gelogen habe. Er wurde zur Zahlung von 10.000 Euro Schadensersatz verurteilt, die zwischen der jüdischen Gemeinde Leipzigs und einer Holocaust-Gedenkstiftung aufgeteilt wurden. Während des Prozesses räumte Ofarim falsche Aussagen ein, berief sich jedoch auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung als Grund für sein Schweigen. Der Anwalt des Hotelmitarbeiters widersprach später dieser Darstellung – es habe nie eine solche Vereinbarung gegeben, lediglich eine Unterlassungserklärung sei ergangen.

Die Rechtsvertretung des Mitarbeiters veröffentlichte 2024 eine Stellungnahme, in der Ofarims Schilderung der Ereignisse widerlegt wurde. Sie verwiesen auf die schweren psychologischen Folgen für den Mann, der trotz des Gerichtsurteils massive Anfeindungen erlebte. Das Hotel selbst nahm nie öffentlich Stellung, abgesehen von der anfänglichen Suspendierung.

Der Streit hat nachhaltige Konsequenzen für beide Seiten hinterlassen. Ofarims jüngste Äußerungen bei Ich bin ein Star markieren seine ersten ausführlichen öffentlichen Kommentare seit dem Urteil. Der ehemalige Hotelmitarbeiter hingegen kämpft weiterhin mit den Folgen – er verlor seinen Job und war monatelang öffentlicher Anfeindung ausgesetzt.

Der Fall warf zudem Fragen zur Beweisführung auf, da Ofarims Behauptungen über manipuliertes Filmmaterial und fehlende Zeugen nie belegt werden konnten. Die 10.000 Euro Entschädigung bleiben die einzige formale Regelung des Konflikts.